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Dies ist eine "Fackel" unserer Tage
respektive aufgeschriebenes Kabarett.

Wir bringen
keinen Society-Tratsch, sondern kritische Berichte 
und satirische Kommentare
zu Skandalösem (von ärgerlich bis unerhört)
in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft

SCANDAL ist das offizielle Organ der LwKTEV!

UMLEITUNG ZU RESPEKTIVE FORTSETZUNG BEI:

https://www.facebook.com/profile.php?id=100011242320165

Bekanntmachung

Am 22. September 2013 wurde die Liga wider Kleingeist, tierischen Ernst und Vereinsmeierei
(kurz: LwKTEV)
ins Leben gerufen.

    STATUTEN der Liga wider Kleingeist, tierischen Ernst und Vereinsmeierei
    1.) Vereinsname ist zugleich Vereinszweck.
    2.) Zielsetzung und Programm: Die Vereinsmittel heiligen den Vereinszweck.
    3.) Sitz der LwKTEV gibt’s keinen – sie steht bloß im Internet.
    5.) Die Anzahl der Mitglieder darf 1 nicht überschreiten.
    4.) Die Generalversammlung findet ständig statt, wo immer der Vorstand sich befindet.
    6.) Ob Vorstand, ob Schriftführer oder Kassier, es liegt alles an mir.

22.9.2013


Richtigstellungen

1. Trotz gewisser Ähnlichkeiten im Sozialverhalten ist die nahe Verwandtschaft vom Bobo zum Bonobo rein phonetischer Natur.

2. Sprichwörtlich heißt es nicht „Euros nach Athen tragen“ sondern „Eulen nach Athen tragen“!
Müßig ist beides.

3. Die Schreibung von „Pharma-Schinken“ anstatt „Farmerschinken“ ist nicht durchwegs angemessen.

4. Die Bewertung „er (oder sie) sei ja nicht verblödet“ ist als Anerkennung zu interpretieren. Bei entsprechender Betonung der Vorsilbe „ver“ kann man jedoch davon ausgehen, dass er (oder sie) von vornherein blöd war.

5. Die Unbenennung des 16. Wiener Gemeindebezirkes in „Ottanbul“ bzw „Istakring“ wird vorläufig noch nicht erwogen.

6. „Der Herr ist mein Hirte“ ist mit „The Lord is my cowboy“ zwar unzulänglich übertragen, aber recht trefflich übersetzt (für Katholen gilts eventuell umgekehrt).

7. „De Zigeina san hinta mia hea“ ist politisch nicht korrekt formuliert. Die Redaktion empfiehlt, hier „Nach mir die Sintiflut“ einzusetzen – ist mitunter auch nicht richtig, aber wenigstens nicht diskriminierend!

8. "online" ist mit "linientreu" gaanz schlecht übersetzt.

4061er


Flüchtlingspolitik

‘S klingt wie einer von den üblen Scherzen, wie man sie bei Stammtischen rechtsgerichteter Dumpfseelen oder in Offizierscasinos zu hören bekommt: „Die Flüchtlinge kriegen jetzt Schwimmwesten, die ihnen beim Absaufen helfen!“
In türkischen Küstenstädten sind tausende wassersaugende Schwimmwesten beschlagnahmt worden: Keine Schwimmhilfen, sondern Sinksukkurse, exklusiv für Flüchtlinge auf dem Weg zu den griechischen Inseln.
Der geschäftsmäßigen Niedertracht, dürfen wir daraus schließen, sind, wie der handelsüblichen Dummheit auch, keine Grenzen gesetzt.
Und: Man muss sich nicht unbedingt in einer Waffenfabrik verdingen, um an Massenmorden mitschuldig zu werden.

4061er 7.1.2016


Nur zu...

Stahof, Stahof, mochs Dial auf, Mikl-Leitner kummt im Dauerlauf – links kein Zaun, rechts kein Zaun, und inmitten der Zaunlosigkeit, einsam und wohlversperrt:

4061er 10.12.2015


Unter Räubern
(Semimärchen medium)

Es war einmal einer unter die Räuber gefallen, indem er ein Konto bei ihnen eröffnet hatte… Fortan war er gefangen in einem Pferch aus Zahlen.
Vorerst war er sich keiner Gefahr bewusst, denn die Räuber gaben sich konziliant, sprachen: „Wohlan, lieber Freund und Kunde, leih uns dein Geld, dann leihen wir dir unsres“.
Dies Angebot erschien dem Manne äußerst fair und verlockend, zumal die Räuber immer schon mehr Geld zur Verfügung hatten als er selber.
Die aber hatten anderes im Sinn, wollten nämlich sein Weniges zu ihrem wachsenden Haufen schlichten.
Bald meinten sie zum Beispiel: „Ständig müssen wir auf dein Geld aufpassen – dafür wollen wir schon einen Teil davon“.
Jedesmal, wenn er einen Teil seines Geldes zurückhaben wollt, verlangten sie fürs bloße Aushändigen wiederum einen Teil für sich.
Wenn er ich einverstanden zeigte, dass die Langfinger sein Bares den Schnapphähnen übergaben, forderten beide Tribut – zuweilen bis zu einem Drittteil des überlassenen Betrages!
Bei solcher Geldübergabe unter Strolchen ist's überdies oft passiert, dass sie die Beträge wochenlang in finsteren Kanälen versteckt hielten. Jedenfalls behaupteten alle stets auf Räuberehrenwort, dass sie nicht wüssten, wo das Geld grade sei, aber sie wollten es freilich dem rechtmäßigen Besitzer übergeben, sobald sie es wieder sähen. Und in der Zwischenzeit stellte das Diebsgesindel allerhand Unfug damit an – und sie verlangten auch noch extra viel Tribut, wenn dadurch eines Bürgers Geldvorrat erschöpft war und das Gelichter den Nachschub zurückhielt.
Eines Tages händigte einer der Oberlumpen dem Manne ein kleines Plastikkärtchen aus und sprach: „Dies Kärtchen ist so gut wie Bargeld und wir wollen Jahr für Jahr unseren Tribut dafür, wenn du es verwenden solltest! Und wir raten dir sehr, es zu verwenden, weil sonst jeder Händler dich unverrichteten Einkaufs aus seinem Laden weisen wird – und mit uns musst du dann raufen ums Geld!“
Da erkannte der Mann, dass die Ganoven gewissermaßen alles unterm Nagel hatten, was den ehemals freien Menschen Bewegungs-, Spiel- und Freiräume bot – ja selbst das, was sie zum Überleben brauchten, und alsdann sprach er: „Sie haben unsre Habe als Pfand genommen, damit wir nicht ausbrechen aus dem Pferch, den sie uns aus Zahlen errichtet haben – und mit schuld dran sind nicht zuletzt wir selber, weil wir sie so groß und so stark haben werden lassen, dass ihre unverschämte Raffgier alles verschlingt… Wir haben sie zu lange und zu gut gefüttert! 'S wär allmählich an der Zeit, sie ein wenig hungern zu lassen...“
Und so holten alle Bürger ihre Barschaften aus sämtlichen Räuberhöhlen, die Räuber aber fürchteten sich nicht, denn sie traf dies Bestreben nicht unvorbereitet. Sie hatten längst auch den König mittels Krediten in Geiselhaft genommen und dessen Steuereintreiber hatten den Auftrag, alles, was den Räubern verloren ging, den Bürgern wieder aus den Säckeln zu ziehen.
Mit allerlei sinistren Manipulationen hatten sie also die Macht des Mammon weiter zu festigen und für ihre Zwecke zu nutzen gewusst – und weil der nicht gestorben ist, rauben sie noch heute.

4061er


Keine Wahl

Ich liebe es, wenn Sprüche sich bestätigen! Als ich gestern die Bezirksergebnisse zur Wien-Wahl auf der gemeindeeigenen Internetplattform „wien.gv.at“ checken wollte, stand da nichts weiter als „Planmäßige Wartung: wien.at wird laufend weiterentwickelt. Derzeit führen wir vorbeugende Wartungsarbeiten durch – wien.at ist deshalb zur Zeit nicht erreichbar. Wir bemühen uns, die Arbeiten so rasch wie möglich abzuschließen und danken für Ihr Verständnis. Ihr wien.at-Team“ – das Ganze in vier Sprachen… immerhin…
Die erste Empörung, dass just zu Zeiten größten Bedarfs Wartungsarbeiten durchgeführt werden, wurde abgelöst vom Verdacht, dass der Server einfach überlastet sein könnte und ein entsprechendes Insert eben nicht zur Verfügung stand – dass man halt wieder einmal „a bisserl min Schmäh“ arbeitete.
So viel jedoch fand ich bestätigt: Wien bleibt Wien, und zwar von Amts wegen.

4061er 12.10.2015


Still lauerts hinter dem Lauten

Es begab sich aber zu der Zeit, dass die Inhalte von Nachrichten nicht mehr wichtig waren, denn es zählte nur mehr der Effekt, welcher da war: Aufregung zum Behufe von Aufputschung und Ablenkung.
Gebet einem jeden Materialmenschen alltäglich als Erstes einen Schub von Wut, welcher ihn konditioniert, den Machern bei ihren Schandtaten zur Hand zu gehen.
Gebet ihnen ein Medium für Erregung und nennet es Fetzenbuch: Solches soll ihnen als kommunikative Müllhalde dienen, allso sie der Wahrheit weiters nicht achten, da sie heftig beschäftigt sein werden mit allerlei Ranking und niedrigem Zwist.
Gebet ihnen all das, was sie in Dumpfheit hält.
Gebet ihnen all das, was sie zu artigen Untertanen macht.
Und so ihr nehmet dafür, was ihren Kindern und Kindeskindern gehört, werden sie dies geduldig hinnehmen in ihrer Willenlosigkeit.

Nahezu zahllos waren die Ängste, welche sie schürten und zahlreich auch die Bockshörner, die bereitstanden, dem Unheil zum Heil.
Das also begab sich zu jener Zeit, als nur wenige Menschen noch rangen um Menschlichkeit.

4061er 8.9.2015


Zeitgeist lässt sich exorzieren

Sie sagen, sie hätten einen Gott für euch, sie sagen, sie hätten Arbeitsplätze und Wohlstand für euch, sie versprechen euch sogar Dinge, von denen sie nichts wissen! Als Hehler des Vergänglichen verheißen sie euch bei artiger Unterwerfung Anteil an dem, dessen sie sich unrechtmäßig bemächtigen und lenken ständig ab von der Einsicht, dass für denkende Wesen eigentlich kein Platz ist in der von ihnen konstruierten Abhängigkeit.
Dafür, dass sie euch Stellung einräumen in ihrer verderbten Gesellschaft, dass sie euch abspeisen mit kläglichen Brosamen von Wahrhaftigkeit, sollt ihr eure Menschlichkeit hingeben, weil die nur stört in einer auf Marktwert reduzierten Welt, wo alles Geschäft ist: sei es Krieg, sei es Krankheit, sei es Not – euch brauchen sie lediglich als Material zum dahinraffen, als Arbeiter, die Tand schaffen, als Beschützer und Verwalter ihrer Hab-Seligkeit und als Konsumierer, die das Geldwerkl schmieren.
Von Freiheit und Menschenwürde ist nichts erwähnt in ihrem Plan, denn in diesen Worten steckt für sie all die Gefahr, die abzuwehren sie euch tagtäglich antreten lassen…

4061er 21.8.2015


Reifepannen
oder
Perspektiefen des Leerkörpers*

Wie war das noch? Wer lernt was wofür?
Ach ja: Nicht für die Schule, für das Leben lernen wir!
Beispielgebend sehn wir hier: Die Zentralmatura, eine halbe Sache, wie das von aus unerfindlichen Gründen für kompetent erachteten bzw. durch Parteipackelei mit Kompetenzen, denen sie nicht gewachsen sind, ausgestatteten Leuten geregelte Leben sie allzeit zu bieten haben wird.
Das ist doch kein Leben: mit Rechtschreibreformen und zentralen Reifeprüfungen und überhaupt dem ganzen schulischen Schnickschnack, den die Liebkinder von ahnungslosen Ministerinnen sich ausdenken…

*Wortspende einer betroffenen Gymnasiallehrerin

4061er 4.8.2015


Fest der Freude

Die Freude über das Ende eines Krieges und eines unmenschlichen Regimes in Ehren, bedenket aber beim Gedenken, wer oder was einen kleinen Braunauer so groß gemacht hat, dass er auf seine verwerfliche Art in der Weltgeschichte hat wüten können. Wer genau hinsieht, wird bemerken, dass Wirtgschaftler dahinter steckten… Jegliches „Nie wieder“ in all den Festansprachen ist müßig, solange die Missetaten von Verbrechern, die gern im Hintergrunde Fäden ziehen, als gesellschaftsfähig gutgeheißen werden…

4061er 8.5.2015


Heldenhaftung

Wütende Blinde wüten – äh kloa – blindwütig, weil sie eben alles, wenn überhaupt, nur verschleiert wahrnehmen; ward ihnen doch an den Verstand gelegt, im Namen Allahs niemals ihre Schleier ohne Sehschlitz, die so genannten Boko-Niqabs, abzulegen (siehe dazu auch „Blödgehalten“).
Solch Fetzenschädelpflege führt zu einer besonderen Art von schizophrener Verirrung, die darin gipfelt, dass armselige Wappler sich als Helden und Märtyrer wähnen, wenn sie Kinder abschlachten oder Lachen vernichten.
Satire als verschmitzte Wahrheit passt so gar nicht ins Konzept von vernagelten Fundamentalisten. Folgerichtig haben sie irregeleitete Handlanger ausgesandt, damit diese mittels Ermordung von Satirikern eine dschihadschert gewordene Religion propagieren, welche jene zwecks Ausbau ihrer Macht konsequent entstellen und missbrauchen.
Vernünftige Argumente zur Durchsetzung von Machtgier gibts keine, also müssen sie mithilfe von Einschüchterung ihre Anliegen erzwingen, denn Angst war und ist Despoten stets ein nützlicher Adlatus.
In diesem ihrem Krieg haben nun, al-Hamdu li-Llāh, die Brachialprediger gegen „Charlie Hebdo“ eine bedeutende Schlacht verloren.

4061er 13.1.2015


Cherchez la Banque ...

... wenn Bürger ihr Eigenheim verlieren, weil sie in Hypothekenfallen gelockt wurden;
wenn Spendengelder Notleidende nur zum Teil erreichen, weil Finanzdiensleister ihr Teil abzweigen;
wenn Griechen den Stand ihrer Staatsschulden türken, um in weiterer Folge mit stabilerer Währung zu spekulieren;
wenn Kommunen (Beispiel Pforzheim) in die Pleite schlittern;
wenn’s einem Staat an nahezu allem mangelt, nur nicht an Geldern für Rüstung.
wenn genommen wird, was nicht verdient ist;
wenn Demokratie zur Farce wird, weil Politiker zu Marionetten werden;
wenn Werte in ihr Gegenteil verkehrt werden;
wenn Allgemeingut für den Profit Weniger vereinnahmt wird;
wenn Regenwälder gerodet und Lebensmittel versenkt werden;
wenn Nahrung nicht zum Ernähren, sondern zum Spekulieren dient;
wenn die Sklaverei nie und nimmer auszumerzen ist;
wenn der Tanz ums goldene Kalb niemals ein Ende findet;
wenn, entgegen allen Versprechungen, alte Freibriefe neu besiegelt werden;
wenn der Zweck der Bereicherung stets alle Mittel heiligt …

4061er 22.11.2014


Kastration
Über den bürgerlichen Zugang zu Kunst

Wo der Kommerz beginnt, versickern die Menschenrechte, endet die Freiheit, stockt die Kunst.

Hinter dem wohlklingenden Wort Orchiektomie steckt ein grausamer Brauch, welcher, bewahrt und betrieben vom Klerus, dem barocken Kunstsinn von Adel und Bürgern zugute kommen sollte.
In den Gefilden der Armut fanden sie die Opfer: Knaben mit schönen Singstimmen, denen man, damit die Stimme nicht breche im Zuge der Pubertät, das Gehänge verschnitt.
Vielen brach das Auge dabei, weil das medizinische Handwerk damals noch sehr im Argen lag; und schwer gelitten haben sie alle, denn Narkose kannten die Menschenhändler und Feldscher dazumal ebenso wenig wie Menschlichkeit.
Von den Überlebenden war schließlich nur wenigen eine glanzvolle Karriere als Sänger beschieden, diese jedoch waren dann sehr beliebt unter den Liebhabern der Oper, hatten sie doch, abgesehen von in Konservatorien weiter konservierten Stimmen, leiden und verzichten müssen, um den Kunstsinnigen gefällig zu sein.
Überhaupt wird‘s für so manchen Bildungsbürger erst dort interessant, wo beschnitten wird. Ihr Grundsatz „Wachstum braucht Kontrolle!“ betrifft Rasen, Hecken und Kunst gleichermaßen: Nichts außer ihrer Wirtschaft soll ins Unübersichtliche wuchern dürfen, so ganz ohne Eingriff mittels Klinge, Zensur oder Kunstkritik.
So stutzen sie die Vielfalt zurecht – welche so viel Anderes birgt, das sie (ver)stört – auf konsumgerechtes, oberschichttaugliches Maß.
Die Freiheit, die sie meinen, äußert sich in Dünkel und der daraus resultierenden Einschränkung der Freiheit anderer, respektive in der Ablehnung von Bescheidenheit, denn sie wissen nichts von der Demut gegenüber dem Schönen und Wahrhaftigen.

4061er 20.11.2014


Panta rhei den Bach runter

Du musst den Brunnen graben bevor du Durst hast! (Sprichwort aus China).

Nachdem der Glanz der Versprechungen und Prognosen, die das Volk zum Oi-Beitritt bewegen konnten, schon seit geraumer Zeit verblasst ist, wird immer deutlicher, was sie anstreben: einen gigantischen Markt, auf dem ALLES Ware ist. Allein zu diesem Behufe haben sie ihre Richtlinien gezogen: Dass alles in Münze und Schein zu wandeln sei!
Schon das Wasser, welches wir ausschwitzen, verstehen sie in Bares umzumünzen, nun wollen sie auch das Wasser, welches wir einnehmen, vereinnahmen... und die Luft kommt auch noch dran – werdet schon sehen.
Schließlich werden das Recht auf Wasser sowie das Recht auf Luft auf jenem gesetzlichen Müllhaufen landen, auf dem die andern Menschenrechte schon liegen… Und dass der Mensch zu gut siebzig Prozent aus Wasser besteht, wird dann Anlass zu übelsten Spekulationen geben...

Wasser ist zum Handeln da, valeurie und valeura, zum leichtfertig Verschmutzen kann man’s auch benutzen. Wasser braucht die Industrie, valeura und valeuri, auch der Schiffsverkehr benötigt Wasser sehr.

Das Wasser, Feunde, sollten wir ihnen nicht lassen…

4061er 12.11.2014


Trachten und Sinn

Selbstverständlich bin ich gegen Vorurteile, aber ich fürchte, ich hab welche.
Wenn ich zum Beispiel eine Lederhose seh, denk ich gleich an Provinz, falsche Folklore und Gestank (weil man so eine Lederne ja schlecht waschen kann).
Waldgrüner Loden und Gamsbärte entlocken mir urbanes Stöhnen.
Seh ich ein Kopftuch, denk ich an Islam, Mohammed und Bombengürtel (die umgeschnallten und die ausgebreiteten), selbst wenn’s eine hiesige betagte Bäuerin trägt – das Kopftuch.
Ähnlich geht’s mir beim Anblick von Leuten in Ornaten und Talaren, nur ohne Islam und Mohammed.
Ganz arg packt mich der Grant angesichts von Krawattenträgern, deren Leben mit Erfolg (und ein andres kommt für sie nicht in Frage) an einem Schlips hängt. Der gemeine Krawattentrenzer glaubt an Formen, wie die andern Uniformierten auch; und sie alle demonstrieren, wo sie dazugehören wollen, und das ist in der Regel schlechte Gesellschaft.

In diesem Sinne:
Ohne Kuttnbrunza, Kaftankacka und Krawattntrenza wa ma vü bessa drau…

4061er 11.11.2014


Spinnen im Zwischennetz

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From: „Thomas Freud“ <kreditzentrale@9brands.eu>
To: <gep@4061er.at>
Sent: Thursday, November 06, 2014 8:43 PM
Subject: E-Book „Kredit“

Hallo Herr Paschinger,
ich biete auf http://www.kreditzentrale.com/thema/kredit-als-arbeitsloser ein E-Book mit dem Titel „Kredit“ zum kostenlosen Download an. Da ich bei meiner Themen-Recherche auch Ihre Webseite gefunden habe, dachte ich, das könnte Sie interessieren.
Wäre es möglich, dass Sie meine Webseite bzw. das E-Book verlinken, z. B. von http://www.4061er.at/scandal/?
Um den Aufwand für Sie gering zu halten, kann ich Ihnen gerne einen Artikel zum Thema zusenden, zur Veröffentlichung auf Ihrer Webseite.
Als Dankeschön biete ich Ihnen an, Ihre Webseite von einem meiner Blogs zu verlinken :-)
Viele Grüße, Thomas Freud
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Obenstehend zitierte Mail ward in Umlauf gebracht von einer so genannten Kuckucksspinne, die ein nicht selber gemachtes Netz missbraucht und im Übrigen auf Leichtgläubigkeit vertraut.
Bei genauerem Hinsehen erkennt man die Scheinreaktionen von Kuckucksspinnen daran, dass sie ohne genaueres Hinsehen entstanden sein müssen. So persönlich sie auch wirken mögen, sinds meist nur geschickt arrangierte Massenaussendungen.
Ziemlich alles, was den Menschen zum Guten gereichen könnt, kann auch von Menschen missbraucht werden. Drum wird, was als Segen gemeint war, oft zum Fluch, wie wirs unter anderem anhand der Christlichen Lehre oder des Marxismus bereits vorexerziert bekommen haben. Und das Internet war ursprünglich nicht mal gut gemeint, weil Anfangs die Militärs dran gebastelt haben…
Solangs also keine Technik gibt, die virtuellen Weizen von digitaler Spreu zu trennen vermag, muss unsereiner halt wachsam bleiben! Und sollt dergleichen jemals wirklich zum Einsatz kommen, heißts wiederum aufpassen, dass es nicht missbräuchlich sei…

4061er 10.11.2014


Weltspartag und Halloween

Der Weltspartag ist dem alljährlichen Leeren von Sparvieh gewidmet, Halloween dem Aushöhlen von Kürbissen und religiösen Inhalten; am Reformationstag hinwiederum wird unter anderem des Untergrabens der Vorherrschaft der Katholen gedacht.
Aufgrund dieser Gemeinsamkeit „des Hohlen“ sowie des Datums verschmelzen die zugehörigen Bräuche mehr und mehr ineinander, wie am Beispiel des Sparefrohs, dieser Figur mit Münzrumpf und Hexerhut zu erkennen ist.
Kerzenleuchten aus dem Schlitz eines Sparschweins oder Kleingeld im Kürbis hingegen sind deutliche Anzeichen von Irrtum, wie auch der Spargedanke einer ist, wie die meisten Sparbuchinhaber inzwischen wissen.
Gegen Verschmelzung ist einerseits nicht viel einzuwenden, andererseits gilts, gewisse Grundstrukturen nicht außer Acht zu lassen. So ist den Halloweenys von maskiertem Auftreten in Geldinstituten, mit gleichzeitigem Einfordern von Süßem unter Androhung von Saurem, dringend abzuraten, zumal in den Instituten meist gar keine Süßigkeiten zu finden sind, derlei Schnorrerei von einem gestrengen Richter aber als Bankraub ausgelegt werden kann.
Dennoch sollte man (siehe Weltspartag) die frech bettelnden minderjährigen Schreckgespenster nicht mit minderwertigem und vor allem ungenießbarem Spartagskram „made in Taiwan“ statt mit hochwertigem Zuckerwerk abspeisen wollen.
Zum Reformationstage gedenken wir eines besonderen Anschlages, nämlich des der 95 Thesen, welche Martin Luther just am Tage vor Allerheiligen an die Tür der Schlosskirche zu Wittenberg affichierte, um den frevelhaften Handel mit Ablassbriefen anzuprangern.
Alsdann sind wir schließlich bei dem, was Weltspartag, Halloween und Reformationstag nebst „dem Hohlen“ grundsätzlich verbindet: beim vielgepriesenen Handel, welcher sich nur allzu oft im Wesentlichen darauf beschränkt, Nutzloses für Sinnloses zu geben!

4061er 31.10.2014


Wir sind Haßlocher

„Haßloch“ ist nicht die SMS-gerechte Verknappung des Satzes „Ich hasse dich, du Arschloch“, sondern und vielmehr eine Mustermarktgemeinde in Deutschland.
Otto Normalverbraucher, Markus Möglich, Max Mustermann, die sind dort zu Hause, in jener beispielbehafteten, insgesamt über zwanzigtausend verkaufte Seelen beheimatenden Gemeinde im Landkreis Bad Dürkheim.
‘S handelt sich hierbei also um kein Loch, das die Wirtgschaftler extra graben mussten, und die nämlichen sowie ihre Darmparasiten aus der Politik sind überzeugt: Wer die Haßlocher kennt, kennt sie alle! Haßloch nämlich ist eine gemähte Spielwiese für Statistiker, weil es jenes umsatzfreundliche Mittelmaß repräsentiert, vor dem die Marktstrategen so gerne knien. Im finstren Haßloch sind offenbar kritische Individuen so rar wie anderswo die Ladenhüter, drum ward es auserkoren unter den Gemeinden und nicht, weils aufgrund des eigenartigen Namens eh schon wurscht ist.
„Wos de Haßlocha schluckn, kaunnst oin einedruckn“ lautet der Slogan hierorts. In gegensätzlicher Entsprechung dazu gewinnen Artikel, welche die Haßlocher nicht goutieren, rasch an Seltenheitswert, womit ich meinen Verdacht bestätigt sehe, dass was der Markt uns bietet, irgendwie mit Löchern in Verbindung zu bringen ist…

4061er 14.10.2014


Über den Missbrauch von Musik

Die Ludovico-Therapie gibts zwar nicht wirklich, aber sie wirkt – zumindest bei mir!
Anthony Burgess hat sie sich ausgedacht und eingeflochten in seinen Roman „A Clockwork Orange“. Dort wird sie als Resozialisierungs-Maßnahme an einem jugendlichen Gewalttäter geschildert: Alex (seinen Nachnamen kennt nicht einmal die NSA) wird in Burgess‘ Geschichte beziehungsweise in Stanley Kubriks Film vom Gefängnis in eine Klinik überstellt, um als Versuchskaninchen für ein neues Verfahren zu dienen. Im Zuge der Aversionstherapie muss Alex, vollgepumpt mit speziellem Serum, angeschnallt und mit durch Klammern fixierten Augenlidern stundenlang brutale Filme ansehen, bis ihm zum Speiben ist. Weit und breit kein Arzt oder Apotheker, der vor unerwünschter Nebenwirkung der Begleitmusik hätte warnen wollen. Die Klänge von Beethovens Neunter, hier als Untermalung von Nazi-Kriegspropaganda verwendet, verursachten bei Alex, einem Verehrer des „Ludwig van“, in Folge ebensolche Übelkeit wie die Konfrontation mit Gewalt… Hoppala!
Und seht, auch ich hab mich oftmals an der vertonten Ode „An die Freude“ ergötzt, kann mich ihrer aber nimmermehr unbekümmert erfreuen, seit sie als „Europa-Hymne“ missbraucht wird…

4061er 8.10.2014


Wo Rauch ist ...
oder: Bungee-Jumping am Gängelband

Wo Rauch ist, sind auch Eiferer – so die aktuelle Version eines gängigen Sprichwortes. Mit „Eiferer“ sind jene gemeint, die am Gängelband der Meinungsmodemacher aus Wirtschaft und Politik bereitwillig sogar Bungee-Jumping betreiben, wenns angesagt ist.
Oft und gern rennen die durch einen neuen Trend (aus mittelhochdeutsch: trendel, „kreiseln“) beziehungsweise eine neue Parole aufgeschreckten Schafe blindlings los und stets übers Ziel hinaus und entkommen so den wahren Gefahren mitnichten, weil die ganz woanders lauern, nämlich just dort, wo keiner beflissen hinweist.
Solche Dynamik der Schafe führt zu spaßigen Maßnahmen wie dem Vergattern von Rauchern auf Bahnhöfen in markierte Bereiche (in der Regel unweit von Hauptverkehrsadern, wo tausende Verbrennungskraftmaschinen für richtigen Smog sorgen) oder dem Verbot von rauchen unter freiem Himmel überhaupt. Damit kann und will man eigentlich niemanden schützen, sondern, abgesehen von der willkommenen Ablenkung von ernsthaften Miss-Ständen (siehe dazu den Artikel „Määhdien"), bloß ermitteln, wie sinnlos eine Schikane sein darf, damit sie die Untertanen ohne Gedanken an Aufruhr noch hinnehmen.
Und weils grade so gut läuft mit der Hexenjagd auf Raucher, wollen wir die „Dampfer“ (welche uns mittels E-Zigaretten tückisch zu beschwichtigen versuchen) auch gleich mit einbeziehen – halali!
Dabei hätten wirs hierorts wirklich nicht notwendig, den Eiferern aus der Heimat des Tabaks nachzueifern, welche sich bemühen, die Brauchtümer und somit die letzten Spuren der Urbevölkerung mit Butz und Stingl zu tilgen.
Wie dem auch sei – ich für meinen Teil verspreche hiermit hoch und heilig, nach dem Verschwinden des letzten mit Verbrennungsmotor betriebenen Fahrzeugs von der Straße nie wieder dem Tabakrauchen zu frönen!

4061er 17.9.2014


Määhdien

Wie der Name schon sagt, ist jegliches Medium mittelmäßig, besonders wenns um objektive Berichterstattung geht. Das wird auch durch die in Mode gekommene Vermeidung des Präteritums nicht besser.
Naturgemäß ist mittelmäßige Objektivität nicht das Wahre; für die ständig wachsende Schar der Schafartigen aber mags passen, selbst wenn das Motto lautet: „Nicht um zu informieren, sondern um zu indoktrinieren publizieren wir“.
Weiß der Kuckuck, warum mir zu dem Thema jede Menge tierische Vergleiche einfallen, wie jener von blökenden Schafen … daneben aber auch folgender, bei dem nebstbei ein bisschen Mensch beteiligt ist, welcher, wie so oft, unmenschlich handelt: Ein Matador steht still und lässt lediglich das große rote Tuch zucken. Der tumbe Stier rennt wie erwünscht gegen die vermeintliche Widersache an und übersieht dabei den Widersacher. Wohin dies in der Regel den Stier führt, ist ja bekannt.
Unsereiner sollt sich geneigt zeigen – so wie es zuweilen gewiefte Stiere tun – Matadore auf die Hörner zu nehmen („Matador“ von spanisch „matar“ [töten] respektive vom lateinischen „mactare“ [schlachten]).
Unter Berücksichtigung der Etymologie gelesen sind viele Begriffe nämlich ganz schön verräterisch! So dürfen wir den Ausdruck „Lokalmatador“ durchaus und eher als Bezeichnung für einen Zernichter von Lokalen nehmen, wie vehemente Verfechter eines allgemeinen Rauchverbotes welche sind. Speziell die Antiraucherkampagne sei hier als beispielgebend für ablenkende (Informations)-Politik (siehe Stierkampf) genannt!
Auf solche Weise sind jedenfalls Josef Weinhebers Worte „War net Wien, wenn net durt, wo ka Gfrett is, ans wurdt“ zu globaler Gültigkeit gelangt...

4061er 12.9.2014


Besitzer und Besetzer

Viel wurde versprochen, um die namenlosen Massen zum Beitritt zur Europäischen Union zu verleiten. Die wahren Vorteile, wie schon damals zu vermuten war und wie sichs heute immer deutlicher zeigt, kommen jedoch großteils „der Wirtschaft“ (den Besitzern) und nicht der Bevölkerung (den Besetzern) Europas zugute, für letztere ist das Ganze (Unterwanderung der Demokratie zugunsten wirtschaftlicher Interessen) nämlich nicht gedacht.
So wird die Allgemeinheit zur Kasse gebeten, wenns darum geht, Verzocktes wieder auszugleichen oder kriminelle Machenschaften zu unterstützen, sprich: krankspekuliertes Vermögen für Banken zu sanieren oder Immobilienfressern Hilfestellung zu leisten wie folgt:
Staatsgewaltig ward eingeschritten, nachdem die letzten wackeren Mieter nicht aus dem Haus Mühlfeldgasse 12 zu mobben waren und selbst die Punks, die von den Hausbesitzern gebeten (!) worden waren, das Haus zu besetzen, um die Verbliebenen zu vertreiben, sich mit ihnen gut nachbarschaftlich solidarisierten (siehe ORF-Bericht vom 10.02.2014).
Da mussten nur noch die Gerichte konform zur EU-(Wirtschafts)politik urteilen und schon durfte ein eifriger Polizeipräsident der Spekulantensicherheit halber gleich einmal groß auftrumpfen und ein teures Aufgebot (1.700 Polizisten, ein Hubschrauber, ein Panzer – siehe ORF-Bericht vom 28.07.2014) in den Krieg gegen eine Handvoll Leute schicken.
Derlei Beispiele dafür, wie soziale Errungenschaften zu „Recht“ gerückt werden (hier sei das Arbeitsrecht hervorgehoben), werden wir noch öfter vorgesetzt bekommen, denn wer ein rechter Besitzer ist, der will ein Recht für sich alleine. Und solch Verrücken funktioniert recht gut, weil Politiker und Richter lieber mit den Besitzern paktieren.

4061er 29.7.2014

http://www.wien.gv.at/stadtplan/grafik.aspx?lang=de-AT&bookmark=EMg9RnZM9kUH

Arztpraxis

Ärzte stehen, wie männiglich weiß, dem Herrgott ziemlich nahe. Die einen von der Selbsteinschätzung her, andere wiederum als eifrige Zulieferer (für die schlimmsten trifft beides zu).
Wie in allen Bereichen unseres sozialen Zusammenlebens schaden auch im medizinischen einige wenige Schafe (Farbe egal) der Reputation des gesamten Standes.
Wollen wir nicht drüber streiten, ob ein junger Mann, dessen Neigungen und Anlagen eher denen eines Schlächters entsprechen, der aber dennoch Arzt werden durfte (resp. musste), weils der Papa gerichtet hat, nun eine Ausnahme oder eine Regel repräsentiert, sondern wenden wir uns den Aufzeichnungen eines Patienten zu:

So, 22.06.2014: Eine Sommergrippe scheint ausgestanden zu sein.
Mo, 23.06.2014: Morgens Ohrenschmerzen – ab zum Hausarzt. Der schreibt mich für eine weitere Woche krank und meint, ich solle das von einem HNO-Arzt anschauen lassen.
Der Facharzt untersucht Hals und Kehlkopf und sieht sehr wohl Bedenkliches, zerstreut aber die Bedenken (hauptsächlich seine eigenen, welche er, wie unschwer zu erkennen ist, gerne der Eitelkeit unterordnet). Er schaut sich das rechte Ohr an und sagt, es sei sehr rot entzündet und die Ursache der Schmerzen, meint, das käme durch den Gebrauch von Wattestäbchen und weitere Verwendung derselben sei zu unterlassen. Er versorgt das Ohr mit einem Streifen. Zwei Mal täglich IBOProfen 600 sollten seiner Meinung nach ausreichen.
Di, 24.06.2014: Schmerzen! Morgens etwas weniger, abends mehr, nachts sehr belastend. Schmerzmittel wirken nur begrenzt.
Mi, 25.06.2014 / 9:30: Termin beim HNO-Arzt: Disput mit A. (der begleitenden Gattin, einer ehemaligen HNO-Ordinationsgehilfin). Wiederholt schickt er A. mit im Befehlston gebelltem „Setzen Sie sich!“ weg, geht auf ihre Zwischenfragen kaum ein (Frage: „Ist das Mittelohr oder der Gehörgang betroffen?“ Antwort: „Beides“), schaut diesmal in beide Ohren, stellt Besserung (!?) fest, versorgt das rechte Ohr mit Streifchen. Anschließend im Vorzimmer knappe Diskussion mit A. bezüglich Schmerzmittel: Zwei Mal IBO sei genug.
Do, 26.06.2014: Keine Besserung, sonst wie oben.
Fr, 27.06.2014 / 10:00: Termin beim HNO-Arzt. Der untersucht wieder Hals, Kehlkopf und das rechte Ohr, stellt (aha!?) Besserung fest. Streifchenversorgung wie bisher, meint, spätestens am Montag seis OK.
Krankschreibung bis Montag und neuer Termin.
Nachmittags lieg ich dann mit Schmerzen auf dem Sofa, aus dem rechten Ohr tritt permanent Flüssigkeit aus, Schmerzmittel helfen fast nicht … das Ohr tropft dauernd. Die bislang aufgetretenen Schmerzen weichen nun heftigeren: Zeitweise tobt die rechte Kopfhälfte, mitunter treten Schmerzen unter der gesamten Schädeldecke, entlang einer Linie über dem rechten Ohr, im Ohr, in den Kieferknochen, im Nacken und in der rechten Halshälfte zum Kehlkopf hin auf.
Sa, 28.06.2014: A. bemerkt ungleiche Augengröße und Schwellung der rechten Gesichtsseite. Um 14:00 gehn wir ins Rotkreuzklinikum, um 15:00 weiter ins Klinikum Bogenhausen, 16:00 dann Klinikum rechts der Isar … dort treffen wir endlich auf kompetente HNOs und erfahren im Zuge der Diagnose: „sofortige Operation erforderlich“.
So, 29.06.2014 / 9:00: Operation.
Stand 10.07.2014: Rechtes Ohr taub, Fascialisparese (Gesichtslähmung aufgrund einer Funktionsstörung des Nervus facialis bzw. des VII. Hirnnervs) noch vorhanden. Ärzte sind zuversichtlich, dass beides wieder in Ordnung kommt…

Der Arzt unseres Vertrauens, so schließen wir daraus, sollte kein arroganter Bader sein, sondern eher einer, der pragmatisch und vor allem mit dem Patienten (und nicht gegen ihn) an eine Diagnose herangeht…

4061er 22.07.2014

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Sport und Sprache

In der Hektik beim Kommentieren von Sportereignissen ist oft nicht die Zeit für elegante Formulierungen. Auch sind Sportreporter eben nur Reporter und wenn so einer vor lauter Euphorie einmal mehr aufs grammatikalische Glatteis geraten ist, kanns schon sein, dass ihm die Rede, welche ständig der Steigerung bedarf, dabei in Äußerungen wie: „… all das war kein groß genuger Gegner für die Deutschen…“ (Originalton Adi Niederkorn) schlittert.

4061er 14.07.2014


Abgebrannt!

Kunst und Kultur haben keinen Standort, so wie die Wirtschaft einen hat, drum wird quasi aus Verlegenheit das entsprechende Ressort gern herumgeschoben.
Bekanntermaßen ist dreimal umgezogen so gut wie einmal abgebrannt! Folgerichtig gingen beim letzten Umzug (ins Bundeskanzleramt) aktuelle Förderungsanträge verloren, womit natürlich einiges durcheinandergekommen ist. Diejenigen Antragsteller, welche rechtzeitig aufmerkten, müssen ihre Anträge nun neu stellen, dazu bedarfs neuer Kalkulationen im Zuge derer man auch zu reduzieren hat: Zum Beispiel bei der Anzahl der Teilnehmer an Veranstaltungen, weil nämlich Flüge für geladene Künstler nunmehr spät (knapp vor Veranstaltung) gebucht werden müssen und nimmer zu günstigem Preis zu haben sind. Und all die Ahnungslosen, die nichts wissen vom rotschwarzen Loch im Ministerium, dürfen auf die Erledigung ihrer verschwundenen Anträge warten bis zu Sankt Nimmerlein.
Teils schmerzlich teils mit Entsetzen erkennen wir daraus, dass das Digitale Zeitalter von Amts wegen noch immer nicht Einzug ins Kunstressort hat halten dürfen, und müssen darüber hinaus erkennen, dass hier Papier, als solches eigentlich analog, sozusagen einem virtuellen Brand (s.o.) anheimgefallen ist.

4061er 14.05.2014


Knecht Rupprechter

Ganz ein frommer ist er, der Andrä, das darf inzwischen keiner mehr bezweifeln, nachdem der gelernte Agrarökonom sein Bekenntnis vor aller Welt so verdeutlicht hat. So wahr ihm Gott helfe und vor dem Heiligen Herzen Jesu Christi hat der Rupprechter bei seiner Angelobung als Bundesministrant geschworen, weil ein schlichtes „ich gelobe“ für einen Tiroler Fundamentalisten einfach nicht genug Pathos hergibt.
Mir persönlich sind solch selbstgefällige Poseure ja höchst verdächtig, besonders, wenn sie sich so aufdringlich katholisch und heimatverbunden aufspielen.
Bin schon neugierig, welche Pose der leidenschaftliche Waidmann als Umweltminister gegenüber Gottes Schöpfung einnimmt.

4061er 13.1.2014


Kasperltheater

Darsteller: Zwei Handpuppen, genannt Faymanderl (bewegt von der Hand eines Vertreters der Wirtschaftskammer) und Spinneckerl (von der Hand eines Vertreters des Raiffeisenverbandes geführt).

Spinneckerl (tritt auf): Jetzt hammers aber bald gschafft, jetzt machma wieder eine Koalazion, eine ganz große.
Faymanderl (kommt hinzu): Koal-izion (spricht „Koal“ wie Karl auf wienerisch) musst sagen!
S (trotzig): Ich will aber Koalazion sagen, weil ich die Koalabären so mag; weißt eh, die herzigen Teddybären, die so gern Eukapitalismusblattln fressen.
F: Ich hätt halt gmeint, Koal-izion klingt gspaßiger …
S: Das ist doch kein Spaß, wenn wir eine Koalazion machen!
F: Genau das sagt das schiache grüne Korkodül auch, dass das kein Spaß ist, wenn wir eine Koalazion machen.
S (wendet sich zum Publikum): Kiinder, kennt ihr auch das schiache Korkodül, das im Plapperment immer alle Flaschen zustöpseln möcht …
F (wendet sich ebenfalls zum Publikum): … Jaha – alle wollnses zustöpseln, weils sagen, es kommt eh nix Gscheits raus.
S: Da ist mir der Räuber Blausack gleich viel lieber.
F: Wenn er aber doch ein Räuber ist. Der stiehlt den Leuten das letzte Restl Vernunft, und das ist noch das Wenigste.
S: Weiß ich eh, mit dem mach ich eh keine Koalazion.
F: Schwörst?
S: Hoch und heilig!
F: Zeig deine Hände her.
S: Warum denn?
F: Obst nicht heimlich mit den Fingern das Schüsselzeichen machst beim Schwören und dann sagst, es gilt alles nix.
S (hält die Hände hoch): Ich schwöre, so wahr mir Gott helfe und bei allen Heiligen und vor dem heiligen Herzen Jesu Christi und vor dem Orden der Ritter vom Heiligen Grab zu Jerusalem – genügts?
F (schüttelt sich): Soo fromm schwören gilt auch nix …
S: Wie soll ich denn schwören?
F: Schwöre beim Wohlergehen deiner Raiffeisengenossenschaft.
S: Super, mach ich – ich schwöre.
F: Hände zeigen und den ganzen Satz sagen!
S (hält die Hände hoch): Ich schwöre beim Wohlergehen meiner Raiffeisengenossenschaft!
F: Na also, warum nicht gleich.
S: Alsdann – wie viele Ministertrumms krieg ich?
F (stöbert in einem Körbchen): Weiß ich noch nicht, es sind so viele, ich kenn mich gar nicht aus. (Nimmt eine Eulenfigur aus dem Körbchen) Was soll ich zum Beispiel mit dem da machen.
S (betrachtet die Eule): Wissenschaftsministertrumm steht da drauf … Hm … Das ist doch das Ministertrumm für die neuen Sachen, die erfunden werden? Weißt was, das passt gut zu dem da (zieht einen großen Geldschein aus dem Körbchen, wickelt die Figur ein).
F (erfreut hüpfend): Jöö, fein, jetz haben wir ein Wirtenschaftsministertrumm.
(Die beiden tanzen und singen „trallala“.)
S (begeistert): Was machma noch? – Aber nix von dem, was wir versprochen haben … das wär fad.
F: Glaubst, ich bin blöd. (Verschwörerisch) Da wern die schaun, was wir alles bescheuern können …
S (applaudiert): Und was schon bescheuert is, wird noch mehr bescheuert!
F (triumphierend): Und dann kriegen wir ein Nullendeppenzit!
S: Vielleicht wirds wieder so lustig wie damals, wie uns Karlheinz der Schniegler gholfen hat!
(Die beiden tanzen ins Off und singen dabei „tri-tra-trallala“.)

4061er 16.12.2013


Danksagung

Im Lande des unbegrenzten Verunstaltens mangelts an bodenständiger Tradition, weil die samt ihren Protagonisten einem gründlichen Kultizid zum Opfer gefallen ist.
So entwickelten sie eigenes Brauchtum, welches in der Hauptsache darin besteht, alles, was die Pilgerväter und sonstige Zuwanderer aus der alten Welt mitgebracht hatten, kommerziell zu entstellen.
Das Verfälschte importieren wir nun emsig und verdrängen im Zuge dessen, was vom Wesentlichen noch übrig ist.
O. Henry stellte in seiner Erzählung „Zwei Herren am Erntedankfest“ die amerikanische Unart besonders trefflich dar, indem er sinnentleerten Ritus beleuchtete.
Die Geschichte erzählt von einem Reichen, der einen Armen alljährlich ohne Berücksichtigung aktueller Gegebenheiten zu opulenter Mahlzeit lud. So landeten beide im Hospital, der Arme, weil er an jenem Feiertag schon eine üppige Mahlzeit spendiert bekommen und mit der zweiten den an reichliches Speisen nicht gewöhnten Magen gehörig überfordert hatte, und der andere, weil er schon lang nimmer wohlhabend war, dennoch aber den Anschein wahren und dem Mittellosen die alljährliche Erntedankwohltat erweisen wollte, weswegen er selber tagelang hat hungern müssen. Beide litten dem Schein zuliebe so wie Amerika am Schein leidet…

4061er 28.11.2013


Wahlqual

Auf dem Kuvert für die Briefwahl steht zu lesen: Mit nebenstehender Unterschrift erkläre ich eidesstattlich, dass ich den inliegenden amtlichen Stimmzettel persönlich, unbeobachtet und unbeeinflusst ausgefüllt habe.
„Unbeeinflusst“!? Das kann ich guten Gewissens nicht unterschreiben angesichts all der Wahlwerbung, mit der sie uns sekkieren! Daran kommt keiner vorbei! Und sollt's nicht als Beeinflussung gemeint sein, liegt der Verdacht nahe, dass da wieder einmal Millionen von Teuro für nix und wieder nix verjuxt wurden.

4061er 16.9.2013


Das Glück der Freiheit

Schon lange ists fällig und jetzt wär die Gelegenheit, dem großen Bruder jenseits des großen Teiches zu zeigen, wie wirs in good old Europe halten mit Meinungsfreiheit und Menschenrecht!
Der nunmehr verfemte Mitarbeiter amerikanischer Geheimdienste namens Edward Snowden hat aller Welt gepfiffen, dass die Schattenkrieger der Vereinigten Staaten ständig auf Eroberungszug sind und wie sie ihre Leinen über den Globus werfen. Er hat somit Solidarität, Unterstützung, Zuflucht verdient, zumal Aktion und Reaktion verdeutlichen, dass die Staaten diktatorisch geführt werden und wie die Diktatoren ihre Macht weltweit auszudehnen trachten.
Zusammen mit der Einsicht, dass die weitab von demokratischen Entscheidungen handelnden Leute aus der Wirtschaft die eigentlichen Machthaber sind, ergibt dies ein Bild, in dem vom Glück der Freiheit, wie es in der amerikanischen Verfassung geschrieben steht, nichts mehr zu sehen ist.
Weiters ist Snowden, indem er absolutistische Tücke öffentlich anprangert, eher ein Gegner der amerikanischen Politik und gewiss kein Feind des amerikanischen Volkes – das muss man auseinanderhalten.
Wie straff das Gängelband angezogen werden kann, haben die geradezu panischen Aktionen westlicher Politmarionetten verdeutlicht: Da brauchte sich der amerikanische Staatsfeind nur gerüchteweise an Bord eines Flugzeugs zu befinden, flugs ward dem Flieger die Landung verwehrt.
Die hiesigen „Volksrepräsentanten“ wagen es nicht, einem auf Geheiß der USA verfemten Menschen Asyl zu gewähren. Unsere lokalen Schwätzer zum Beispiel verschanzen sich lieber hinter ihrer just für derlei Anlässe raffiniert verzwickten Bürokratie.
Angesichts unzähliger Schandtaten – wie Genozid, verschwenderischem Umweltfrevel, Nahrungsverfälschung, Wallstreetbusiness, Kriegstreiberei und allerlei Prohibitionen – wäre das Verärgern der Amis eigentlich Ehrensache.
Ehre jedoch ist selten politikerkompatibel, weil sie entsprechenden Charakter erfordert.

4061er 6.7.2013


Arbeit schändet die Welt

Einst: Es hatte aber alle Welt einerlei Zunge und Sprache. Da sie nun zogen gen Morgen, fanden sie ein ebenes Land im Lande Sinear, und wohnten daselbst. Und sie sprachen untereinander: Wohlauf, lass uns Ziegel streichen und brennen! und nahmen Ziegel zu Stein und Erdharz zu Kalk und sprachen: Wohlauf, lasst uns eine Stadt und einen Turm bauen, des Spitze bis an den Himmel reiche, dass wir uns einen Namen machen! denn wir werden sonst zerstreut in alle Länder. 
Da fuhr der HERR hernieder, dass er sähe die Stadt und den Turm, die die Menschenkinder bauten. Und der HERR sprach: Siehe, es ist einerlei Volk und einerlei Sprache unter ihnen allen, und haben das angefangen zu tun; sie werden nicht ablassen von allem, was sie sich vorgenommen haben zu tun. Wohlauf, lasst uns herniederfahren und ihre Sprache daselbst verwirren, dass keiner des andern Sprache verstehe! 
Also zerstreute sie der HERR von dort alle Länder, dass sie mussten aufhören die Stadt zu bauen. Daher heißt ihr Name Babel, dass der HERR daselbst verwirrt hatte aller Länder Sprache und sie zerstreut von dort in alle Länder.

Heute: Lohnabhängige Sklaven verlassen tagtäglich ihre Familien, um sich zu der namenlose Masse derer zu gesellen, die sich in Wolken aus Lärm und Gasen kilometerweit von ihren Heimstätten zu den Arbeitsplätzen treiben lassen, um betriebsamen Wirten zu Gefallen die Welt unwirtlich zu gestalten.

Im allgemeinen Verdrängungswettbewerb der modernen Arbeits- und Konsumwelt wurde der Homo sapiens vom Homo irrationalis verdrängt. Heerscharen von Menschen sind dazu angehalten, mitzuwerken an der mutwilligen Zerstörung ihrer Welt. Sie haben auf dem Strich zu gehen, den Börsenspekulanten vorzeichnen, sie prostituieren sich für das, was ihnen als „das Wirtschaftssystem“ oder „der Markt“ aufgezwungen worden war. Ganz naive glauben sogar, sie tätens für ihren Gott.
Alle tun sies letzten Endes für Materielles, das ebenso unnötig wie unabdinglich in die Welt gebracht worden war, und das ihnen zum Tausch gegen Freiheit, Würde und Gesundheit allenthalben aufgedrängt wird, von Leuten, welche eine Moral vertreten, die ethisch nicht vertretbar ist.
Global gesehen ist der Mensch ein Schädling, denn die Kriegslustigen, Wachstumswahnsinnigen, Wegwerfgesellschafter und sonstigen Gierhälse haben ihr System des Pervertierens und des Missbrauchs zur Perfektion gebracht. Die mehr oder weniger erzwungene Mittäterschaft von Abhängigen bezeichnen sie als „Erwerbsarbeit“ beziehungsweise „ehrliche Arbeit“.
Die „anständigen Arbeiter“ müssen Geräte mit begrenzter Funktionsdauer fertigen – geplanter Verschleiß fördert in der Folge den Verkauf, übermäßigen Verbrauch und somit das Anwachsen von Müllhalden. Lebensmittel, in ehrlicher Arbeit manipuliert, werden ebenso ehrlich und unverbraucht entsorgt, um „den Markt“ profitträchtig zu „regulieren“. Überschuss an den Hungernden und Bedürftigen vorbei ins Meer zu kippen, ist zwar großes Unrecht, solch Unrecht jedoch ist marktgerecht.
Selbst die Beteiligung an der Fertigung von Massenvernichtungswaffen stellen anständige Arbeiter und Angestellte kaum in Frage; und ein Job bei der Bank ist zwar nimmer so sicher wie ehedem, aber immer noch angesehen.

Wer nicht mitschuldig werden will an Ausbeutung, Täuschung, unnützer Verschwendung und Zerstörung, gilt als asozial, denn die Ausbeuter, Täuscher und Zerstörer, welche Güter samt Menschen vereinnahmt haben, erkennen nur jene an, die ihnen zu Diensten sind.
Parasitäre Naturen, sich als anständige Politiker gebend, gebärden sich – nicht ohne Selbstzweck, versteht sich – gern als Anwälte der Anständigen und Fleißigen, und sie bedürfen ob ihrer fragwürdigen Tätigkeiten besonders der Hilfestellung von manipulierten Idioten, die niemals hinterfragen, was sie da anrichten, und jederzeit bereit sind, jene zu verfemen, welche es ihnen nicht gleichtun wollen.

Solange Soziopathen das Sagen haben und die Unterläufel sich weder um Wohl oder Übel noch um Recht oder Unrecht scheren vor lauter Pflichterfüllung; solange „Wettbewerb“ auf allen Bannern steht, ja, solange es Banner noch gibt, wird die Arbeit am Turm zu Babel kein Ende nehmen – und die Menschen werden einander fremd bleiben, weil nichts gelten darf, was sie zusammenführt. 

4061er 6.3.2014


Abgebaut

Ob bei der Rekrutierung von Mitarbeitern, ob bei der Kostenberechnung, ob bei der ordnungsgemäßen Ausführung von Arbeiten: Es hapert im Baugewerbe!
Dementsprechend ist‘s kein Leichtes, eine seriöse Baufirma zu finden – selbst Adressen in noblen Bezirken bieten da keine Garantie.
Ist man einmal auf den Leim gegangen, geht das geruhsame Leben bald aus dem Leim – Kalamitäten stehen auf der Tagesordnung. Mit dem trauten Heim zerbröselt in Folge so manches Familienleben.
Den Groll über an Bauwerken und Familienidyllen angerichteten Schaden muss (und soll) man heutzutage nimmer in sich hineinfressen und man braucht auch keine besonderen Beziehungen mehr, um mittels Publizität Mies-Stände anzuprangern, Werbesprüche zu entkräften, dubiosen Handwerkern das nämliche zu legen.
In diesem Zusammenhang möchte ich die Gelben Seiten von HEROLD.at lobend erwähnen, wo über die übliche Mundpropaganda hinaus Meinungen zu eingetragenen Firmen breitenwirksam propagiert werden können. Unter den Bewertungen findet man dann neben begeisterten Jubelstatements die schlichte Anmerkung „Die Bewertungsmöglichkeit wurde auf Wunsch des Unternehmens deaktiviert“, womit der mündige Konsument genauso Bescheid weiß.

4061er 14.7.2013


Raupeneffekt

Eine interessante Variante des aus der Chaostheorie bekannten Schmetterlingseffekts ist der Raupeneffekt, welcher bei der öffentlichen Verwaltung oft zu beobachten ist.
Anders als beim Schmetterlingseffekt, wobei eine geringe Ursache enorme Wirkung zeitigt, führen beim Raupeneffekt (auch Madeneffekt) viele Ursachen zu gar nichts – oder geradewegs ins Fäkale.
Hierzu bieten sich die Praktiken beim Arbeitsmarktservice (ehemals „Arbeitsamt“, dessen Bedienstete trotz neusprachlicher Bezeichnung nach wie vor lieber amtieren als servieren) als Paradebeispiel an.
„Vorschriften“ und „Weisungen“ sind die Ursachen, welche in Kombination mit Beamten, die selbstständigem Denken entwöhnt wurden beziehungsweise ihm grundsätzlich abhold sind, jegliches System, sei es auch noch so gut gemeint (gut durchdacht werden sie ja selten), ad absurdum zu führen vermögen.

Beispielparade:
1.) AMS-Betreuerinnen haben die Weisung, ihre „Kundinnen“ auf Gedeih oder Verderb in Schulungen unterzubringen. Manche dieser Schulungen können – aber müssen nicht, weils nämlich rechtlich recht bedenklich ist! – nach erfolgtem Bewerbungstraining in ein Dienstverhältnis als Leiharbeiter übergehen. Da sogar die Mitarbeiterin der Leiharbeiterrequirierungsfirma wenig Hoffnung für Karriere sieht und außerdem mit finanzieller Schlechterstellung zu rechnen ist, lehnt ein Notstandshilfebezieher die Unterzeichnung eines Leiharbeiter-Vertrages ab.
2.) Mit der Ablehnung der (wohlgemerkt: rechtlich strittigen) Fortsetzung einer Maßnahme verstört der „Kunde“ seine Betreuerin. Sie sieht weisungsbedingt (das Übrige s.o.) keinen anderen Ausweg, als dem „Kunden“ eine Sperre der Auszahlung der Notstandshilfe aufzuerlegen. Als der Betroffene schließlich (um der Sperre zu entgehen, die ihn in arge pekuniäre Bredouille gebracht hätte) ins Treffen führt, dass er ohnehin einen Antrag auf Berufsunfähigkeitspension stellen wolle, beruhigen sich Betreuerin und Lage.
3.) Für Pensionisten und solche, die es werden wollen, ist das AMS nicht zuständig. Dessen ungeachtet legt die Pensionsversicherungsanstalt neuerdings Wert darauf, dass die Antragsteller auf Berufsunfähigkeits- bzw Invaliditätspension während der Laufzeit des Verfahrens Kontrolltermine beim AMS wahrnehmen. Angesichts solcher Leerläufe wird deutlich, wie die Verwalter von Schicksalen gegeneinander arbeiten, was sich auf die Effektivität ihres Tuns sowie die verwalteten Schicksale naturgemäß negativ auswirkt.
4.) Ein sechzigjähriger Pensionsvorschussbezieher nimmts mit den krampfhaft angeordneten Pro-forma-Terminen bzw dem rechtzeitigen Erscheinen zu denselben nicht so genau. Die zuständige Betreuerin, hier wieder ganz zurechtweisende Beamte, darf von Berufs wegen derlei Eigenmächtigkeiten nicht unsanktioniert lassen. Sie schickt also (obschon in der Betreuungszone kaum Leute der Betreuung harren) den Säumigen unverrichteter Bagatelle weg zur langen Schlange in der „Infozone“ zwecks Erheischen eines neuen Termins. Abgesehen von der unnötigen Mehrarbeit für die ohnehin voll ausgelasteten Kolleginnen beschert sie somit den „Kundinnen“ mit relevanten Anliegen längere Wartezeiten.
Was immer ihr dafür gebührt, Dank kann es nicht sein!

(Wird unweigerlich fortgesetzt) 4061er 9.12.2013


Maß nehmen
(im Sinne von: was alles könnt man den Untertanen noch oktroyieren)

Aus „www.arbeit-wirtschaft.at/aw_05_2002/art4.ht“:
Bei der Erstellung des Doppeletats 2001/2002 hatte der FPÖ-Finanzminister Karl-Heinz Grasser sämtliche AMS-Überschüsse für das allgemeine Budget verwendet. Überschüsse, die aus den Pflichtbeiträgen von mehr als drei Millionen Arbeitnehmern zustande gekommen waren. Binnen zwei Jahren wurden dem AMS etwa 2,7 Milliarden Euro (37 Milliarden Schilling) entzogen.

... „Da ist ja Geld übriggeblieben“, wird er gedacht haben, der fesche Minister, „die Arbeitslosen werden's nicht mehr brauchen, weil mein Kanzlerchen dieselben wegregieren wird – also nehm ichs und stopf damit die Löcher ...
im Budget.“

Die Arbeitslosenzahl stieg weiter!

Heut – im Jahre 2007 – fehlt dem AMS das Geld für nützliche Weiterbildungsmaßnahmen. Und ein Großteil der Schulungsgelder wird in weitgehend nutzlose Job-Coaching-(Training/Finding)-Maßnahmen investiert. 
Sinn und Zweck derlei Maßnehmens ist – abgesehen von der Beschönigung der Arbeitslosenstatistik –, die Betroffenen so weit zu unterfordern, zu nerven und zu zermürben, bis sie bereit sind, jeden noch so miesen, stumpfsinnigen und schlecht bezahlten Job anzunehmen; was viele schließlich auch tun müssen, weil die „Schulungen“ durchaus geeignet sind, Leute mit labilem Naturell für qualifizierte Arbeit fürderhin unbrauchbar zu machen.
Die Anbieter erwähnter mieser Jobs frohlocken – bekommen eventuell sogar einen Teil der Entlohnung einer ohnehin billigen Arbeitskraft aus öffentlichen Geldern entgolten (dafür reicht das AMS-Budget doch noch)
Interessant wär eine Antwort auf die Frage, wie lange diejenigen, welche im Zuge der „Maßnahmen“ in Jobs weit unter ihrem Niveau (denn bessre findt man nit) gepresst wurden, dieselben jeweils behalten haben beziehungsweise wie bald sie nach der Maßnahme wieder zu „Kunden“ des AMS wurden (ist aber schwer herauszulocken) ...

Dubiose „Berater“ bieten also dem AMS angeblich arbeitsmarktgerechte Maßnahmen an.
Die Methode hat im Laufe der Zeit ein Berater dem anderen abgeschaut und ist bequemlichkeitshalber respektive auftraggebergemäß seit Jahrzehnten nicht wesentlich weiterentwickelt worden; und für die meist akademisch gebildeten MitarbeiterInnen der „Berater“-Firmen sind die angebotenen freiberuflichen (!) Trainereien eher auch bloß Verlegenheitslösungen – weil der Arbeitsmarkt inzwischen und weiterhin halt nichts Bessres zu bieten hat.
Der Markt nämlich entwickelt sich ständig weiter – immer weiter weg von den überwuzelten AMS-Konzepten. 
Und schritthalten ist schon schwer, wenn man den alten Gleichschritt beibehalten will!

So wird zu Gunsten nimmersatter Wirtschaftsbosse und deren auftragsgemäß gewissenlos managenden Unterläufel in die gänzlich falsche Richtung umverteilt, denn sie finden allzeit ihre Handlanger unter Politikern, Beamten und eben unter jenen dubiosen Unternehmen, die plump an der von den Bossen geschaffenen Situation teilzuhaben versuchen.
Und sie paschen alle in die Händ, wenn Ideen aufkeimen wie die, dass Arbeitnehmer ihre Aufenthaltsorte bzw. Lebensschwerpunkte dorthin zu verlegen hätten, wo Unternehmen ihnen Arbeit anzubieten geneigt sind (im Sinne der Globalisierung eventuell auch in Taiwan[!?]).
Zum Ausgleich wird erwogen, dass Facharbeiter aus den östlichen EU-Ländern herbeigelockt werden, damit sie zu günstigeren Bedingungen die Schwerarbeit machen und die Unternehmen nicht erst kostbares Kapital für Ausbildungskosten opfern müssen. Schließlich sind viele ja ihren Aktionären verpflichtet ... oder zumindest den Erben ... (keinesfalls aber dem dahergelaufenen beziehungsweise aufgelesenen billigen Personal) ...

4061er 12.03.2007


Der Ruf der AMSler

1) Ein arbeitsloser Fotosetzer bewarb sich bei einem Reprostudio. Der Arbeitgeber zeigte sich interessiert, weil die Kenntnisse des Arbeitsuchenden ihm später, bei der geplanten Erweiterung seines Kundenservices, zugute kommen würden. Vorläufig aber brauchte er nur einen Reprofotografen, und dass die Fertigkeiten des Fotosetzers in diesem Bereich noch der Ergänzung bedurften, war beiden klar. Man einigte sich auf eine Aufnahme des Arbeitsverhältnisses nach Absolvierung einer weiterführenden Schulung, um die sich der Arbeitslose umgehend bemühte. Das Arbeitsmarktservice hatte zwar eine passende Weiterbildung parat, trotzdem musste der gelernte Schriftsetzer, so wollte es irgendeine Vorschrift, vorher noch eine Prüfung ablegen, für die er einen Kurs belegen musste, welcher ihm außer einem Zeugnis nichts brachte. Die eigentlich angestrebte Schulung wurde danach aber nicht mehr angeboten.
2) Eine in die Jahre gekommene Akademikerin wollte als Trainerin bei einem der Job-Coaching-Anbieter anfangen. Das Unternehmen meldete Konkurs an und die Dame ging zurück an den Start beim Arbeitsamt, von wo man sie zu einer Schulungsmaßnahme bei einem zu der Zeit gesunden Coaching-Unternehmen schickte und sie über sich ergehen lassen musste, was sie vor kurzem noch andern antun wollte.
3) Ein Berufs-Chauffeur würde eine fixe Anstellung als Busfahrer bekommen, sobald er ein dazugehörendes Zertifikat vorlegen könne. Der Erwerb des Zertifikates wäre nach Bewältigung eines Kurses und einer Prüfung zu haben gewesen. Beides scheiterte an der Unerreichbarkeit des zuständigen AMS-Betreuers bzw an der Unzuständigkeit der erreichbaren AMSler. Statt dessen und der Einfachheit halber wurde der Arbeitsuchende einem Personalüberlassungs-Unternehmen zugeteilt, damit man ihm beim Suchen helfe.

Drei Fälle, eine Frage: Worum geht’s den AMServierern eigentlich. Ernst nehmen dürften sie den Auftrag, Arbeitslose sinnvoll in den Arbeitsmarkt wiedereinzugliedern, nicht wirklich. Jedenfalls kommen sie dem nicht wirklich nach, wahrscheinlich deswegen, weil dies mit einem andern, anscheinend wichtigeren Auftrag kollidiert: der Unterstützung von seltsamen Firmen wie zB „Weidinger & Partner“, „Trendwerk“, „itworks“ und „Job-TransFair“ (einer der Mitbewerber, das private Schulungsinstitut „Venetia“ musste infolge allzu auffälliger ungesetzlicher Machenschaften schließen).
Das darf doch nicht wahr sein, ist man versucht zu meinen, wenn man nicht in Betracht zieht, dass da im Hintergrund gewisse Absprachen und Packeleien zum Tragen kommen – Geschäfte auf Kosten von Arbeitslosen.
Auf Kosten von Arbeitslosen gehen auch Bezugssperren, die den unter der Armutsgrenze gerade noch Lebenden gern extra auferlegt werden – irgendwie will man das in die oben genannten und gleichartige Unternehmen geblasene Geld ja wieder hereinbekommen – mit deren Unterstützung sowie mit fadenscheiniger Argumentation.
Selbstverständlich bietet in solchen Fällen unser Rechtsstaat den Rechtsweg an, was aber bei höheren Instanzen (ohne Anwalt geht da garnichts) teuer werden kann: Kein Geld, kein Recht – so triumphieren Willkür und Unrecht aufgrund der finanziellen Lage der Geschädigten.

4061er 15.7.2013


Verwalter der Rechtlosigkeit

Der Satz: „Ich selber brauche kein Geld, nur die andern wollen ständig welches von mir“ kennzeichnet unser Wirtschaftssystem, jenes Religionssurrogat, das keinen Freiraum lässt für ein Leben ohne Mammon, und wo Begriffsverdrehungen wie die von „Arbeitgeber“ und „Arbeitnehmer“ ein völlig falsches Bild geprägt haben.
Keine Religion ohne Nutznießer – das entspricht den heutigen Gepflogenheiten (war aber zumindest bei den geistlichen Religionen ursprünglich nicht so gemeint). Jedenfalls bedarf das Wirtschaftstum unbedingt des Wechselspiels von dienen und am Dienen verdienen.
In einen System, in dem alles Markt ist, darf natürlich ein Arbeitsmarkt nicht fehlen und das Arbeitsamt bzw Arbeitsmarktservice (nach wie vor ein Amt und gewiss auch Marktservice) hat die im Sinne des Wirtschaftstums Arbeitslosen so zu verwalten, dass sie als (wenn auch kaufkraftschwache) Konsumenten nicht verloren gehen, und hat sie vorrangig als billige Arbeitskräfte wieder in die Wirtschaft einzugliedern.
Wenn Letzteres aufgrund des Missverhältnisses von freien und gesuchten Arbeitsplätzen nicht klappt, findet die perfide Methode Anwendung, die Leute jenen Partnern in der Wirtschaft, welche ineffiziente „Trainings“ und „Coachings“ anbieten, sowie und nicht zuletzt Verleihpersonalhaltern in die Klauen zu spielen, damit die auf ihre Weise profitieren können.
Die Menschenrechte der derart Verschacherten sind dabei Nebensache, desgleichen das in der Verfassung verankerte Recht auf freie Berufswahl, was naturgemäß bis zu Protesten gesteigerte Einwände herausfordert.

Zwei Beispiele für Einwände und die Folgen
1) Bei einem Informationstag der Firma „Trendwerk“ wurde eingangs erklärt, dass das AMS mehr Leute zugeteilt hätte, als man unterbringen könne.
Dem Rechnung tragend und bezugnehmend auf seine spezielle Lage erläuterte ein Zugeteilter im anschließenden selektierenden Einzelgespräch, dass die vorgesehene Maßnahme im Umfang von vierzig Wochenstunden mit seiner Arbeit als „Neuer Selbstständiger“ kollidiere, weil er zurzeit geringfügige Aufträge von mindestens zwei Firmen zu erledigen hätte. Eine Halbtagsmaßnahme würde jedoch einem weiteren Betreuen des inzwischen aufgebauten kleinen Kundenstocks keineswegs im Wege stehen.
Dies wurde als Verweigerung ausgelegt.
Daraus resultierte eine Sperre des AMS-Bezuges für sechs Wochen.
2) Im Zuge einer „Schulung“ bei „Weidinger und Partner“ konnte ein Teilnehmer nicht umhin, auf Mängel in Konzept, Gesprächskultur und Sozialverhalten hinzuweisen. Die Trainerinnen standen den ungewohnten Einwänden hilflos gegenüber, sahen ihre „Autorität“ wackeln. Freie Meinungsäußerung war im Kursoprogramm nicht vorgesehen (kindische Gruppenspielchen warens hingegen schon), drum galten ihnen die Stellungnahmen eines mündigen Erwachsenen als Sabotage am Kursprogramm.
Resultat: Ausschluss aus dem Kurs und acht Wochen Bezugssperre.

4061er


Ausgerechnet
oder: Zeit ist Geld ist Wirtschaft ist Wettbewerb

Der mitunter unberechenbaren Masse wird gern vorgerechnet, was es im Einzelnen kostet, wenn sie nicht im Sinne des Wachstums funktioniert.
Also halten uns die Wirtgschaftler haarklein vor, wie viel Schaden wir anrichten, wenn wir ihre Zeit, die Zeit der Wirtschaft, für Menschliches und Allzumenschliches verschwenden zu Ungunsten der Wettbewerbsfähigkeit. Wenn zu Zeiten von Grippeepidemien das Humankapital großteils verrotzt ist und nicht am Arbeitsplatz erscheint oder wenn, umgekehrt, Leute aus Angst vor Arbeitslosigkeit ebenso skeptisch wie septisch der Arbeit entgegenfiebern und bei reduziertem Arbeitseinsatz alle anrotzen, die ihnen begegnen; wenn Arbeitskraftlieferanten im gordischen Stau verstrickt oder sonstwie, verkehrstechnisch bedingt, am Roboten gehindert sind; wenn die Humanressourcen nicht spuren, dass die Börsenkurse schnalzen, dann erwachsen (sic) der Wirtschaft Verluste, und jedes Minuswachstum (sic) will auch ausgerechnet sein!
Hat eigentlich je jemand ausgerechnet, was das Ausrechnen kostet?
Nun ist „Statistiker“ eigentlich nicht als Steigerung von „Statist“ zu verstehen, obschon erstere oft und gerne als Statisten der Wirtschaft fungieren. Sie erstellen die Rangordnungslisten, sogenannte Rankings. Wesentliche Merkmale derselben: englische Sprache und arabische Ziffern!
Mit Hilfe von anschaulichen Diagrammen bzw. simplen Kategorien kann dann auch der beschränkteste Manager erkennen, ob er jetzt über den Löffel balbieren oder über den Kamm scheren soll.
Löffel und Kämme liefern die Statistiker gleich mit …

4061er 15.3.2013

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Titus-Feuerfuchs-Effekt

Worüber nicht erst seit Nestroys Zeiten gemunkelt wird, hat die britische Soziologin Catherine Hakim endlich in einem Buch festgeschrieben: Fesch musst sein, wennst Erfolg haben willst!
Erotisches Kapital ermöglicht nicht nur für beischlafbereite Silikonys im Umfeld des Showbiz so manchen Schub auf dem Weg nach oben (wo immer das sein mag). Dies verdeutlicht einmal mehr, wie nahe die sogenannte anständige Erwerbsarbeit eigentlich der Prostitution steht.

Nun steht zu befürchten, dass die neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse über Bedeutung und Einfluss körperlicher Attraktivität – wie so vieles – die Vorstandsetagen des Arbeitsmarktservices wiederum viel zu spät oder garnicht erreichen.
Also werden weiterhin wenig zielführende Schulungsmaßnahmen zugunsten ebenso dubioser wie parasitärer Unternehmen freudig finanziert, die Zuteilung von Gutscheinen für Schönheitsoperationen und Jahreskarten fürs Fitness-Studio an Arbeitslose wird jedoch nicht einmal erwogen.

4061er 7.10.2011


Zypriotische Zuständ

Betrifft: Die Europäische Gemeinschaft respektive die freie Packelei unter Wirtschaftsübertreibenden

Ursprünglich hatte ich den Titel „Der alltägliche Bankraub [9]“ im Sinn.
Diesem miesen Inselwitz gebührt jedoch eine besondere Überschrift.
Der Traum jedes Banksters: Cypriot states – bei Bedarf die Konten abschirmen, damit die Leute nimmer zugreifen können auf das Ihre, denn unerträglich ist’s den Panzerkackern, wenn plötzlich gemeine Sparer ihre Habe zurückhaben wollen, weil die durch betrügerische Versprechungen genährte allgemeine Gutgläubigkeit angesichts des gleichermaßen ungezügelten wie unverschämten Treibens der Gelddienstleister zügig in die Erkenntnis übergegangen war, dass es in einem auf Moneten aufgebauten System sinnvoller, weil sicherer für den gesammelten Geldwert sei, nicht mit Banken zu kooperieren, deren Verständnis von Kooperation sich in einer allzu einseitigen Art des Operierens teuer offenbart.
Der Sparstrumpf feiert alsdann fröhliche Urständ, der Strom von Angstschweiß hält sich jedoch in Grenzen ob solcher Tendenzen, denn die Bankster wissen eine starke Lobby hinter sich … und das Geld auf ihrer Seite.
Fürs Humankapital wird wiederum deutlich, wie die Euler das Wort „Gemeinschaft“ auslegen: Von uns aus dürft ihr euch gern bedienen, damit‘s uns allen, die wir die Wirtschaft darstellen, immer besser geht. Gewährt vorerst dem Sparer keinen Zugriff mehr auf sein Erspartes, von welchem ihr nehmen sollt, was eure krankgewirtschafteten Unternehmen zur Genesung benötigen – halali! Diese Schwelle wäre also auch überschritten!
Der in Mode gekommenen Börsenkursmoral entsprechend mag all das ja durchaus in Ordnung sein, nur ethisch ist’s halt allezeit bedenklich!
Als nächstes sollten die Euler eine Zwangsanlage erwägen, denn freiwillig wird bald niemand mehr sein Geld zur Ausschlacht-Bank tragen.

4061er 29.03.2013


Aufgelegter Mist

Kennt Ihr den schon? Drei Mistkübler (außerhalb Wiens „Müllmänner“; amtlich „Müllaufleger“) missbrauchen ihr Amt, indem sie zu viel Müll auflegen, weswegen die WKStA (Zentrale Staatsanwaltschaft zur Verfolgung von Wirtschaftskriminalität und Korruption) sich um den aufgelegten Mist kümmern muss ...
Ein ordnungsliebendender Bürger hatte nämlich die sträfliche Mehrarbeit zur Anzeige gebracht, anonym, versteht sich, denn ordnungsliebende Bürger halten sich beim Denunzieren gerne bedeckt.
Nicht auf die Schenkel, sondern auf die Stirn sollt Ihr euch klatschen, wenn ihr derlei Beamtenwitze zu hören bekommt, die, wie viele ihrer Art, keine Pointe haben, die schallend lachen machen könnt. Nicht einmal für ein wehmütiges Schmunzeln reicht’s, denn wir blicken hier in menschliche Abgründe.
War‘s ein verbissener Gewerkschafter, den das Überschreiten des Plansolls aufgebracht hatte, war’s ein aufgeweckter Beamter („aufgeweckt“ im Sinne von „soeben wach gemacht“), der durch Anzeigewut seinen Unmut über die Ruhestörung zu kompensieren sich genötigt fühlte, oder war‘s jemand, der den Kämpfern an der Müllfront die Entgegennahme von Bestechungsgeld für Schwarzmüllentsorgung gleichermaßen unterstellte wie missgönnte?
Immerhin sollen der Kommune dadurch 1.751 Oi an Abgaben entgangen sein – Geld, das nun … sagen wir … für die Anschaffung von Streusalz fehlt!
Und die Kosten für die Ermittlungsarbeit der „Internen“ sowie für das Gerichtsverfahren beziehungsweise die verlorene Arbeitszeit der in die Suspension verbannten Mülljockeys müssen wir noch hinzurechnen!
Höchstwahrscheinlich belasten die letztgenannten „Extras“ miteinander das Gemeindebudget sogar mehr als die krampfhaft errechneten „boa Nätsch“.
Anmerkung: Der Beschuss von Sperlingen mittels großkalibriger Geschütze ist allein der kostspieligen Munition wegen nicht zu empfehlen.

4061er 14.3.2013


Drunter und drüber

In antikem Griechisch heißt „hyper“ so viel wie „über“; „hypo“ hingegen bedeutet mehr oder weniger „unter“.
Und weil die beiden Hypes phonetisch so nah beieinanderliegen, darf es nicht verwundern, wenn selbst qualifizierte Bankster durcheinanderkommen und nicht so genau wissen, ob sie nun für eine Über-Alpe-Adria oder wider die Unter-Alpe-Adria ihr Wirtschaftswissen einbringen sollen. Politiker scheitern allein am „Für und Wider“.
Um anhand eines Gleichnisses die Alpe-Adria-Lage vollends unverständlich zu machen, schmeiß ich euch dies vor den Blick: Weil er irgendwo aufgeschnappt hatte, es solle Glück bringen, wirft ein Jemand leichten Sinnes zerbrechliches Gut über die Schulter hinter sich. Zweierlei bedenkt er dabei: Birst das Ding hinter seiner, wird’s ihm Glück bringen, bewahrts ein andrer Jemand behände vor dem Zerbersten, auch gut, denn das Ding ist ohnehin nicht seins, und was hinter ihm passiert, geht ihn nix mehr an. So ists Brauch und Sitte unter den Bankstern und daran stößt sich niemand von den Ihren. Trotzdem motzen – von Ethik verblendet und sonder Ahnung vom Reiz, welchen das Spiel mit dem Vermögen anderer respektive subtiles Plündern zu bieten vermag – die Legionen von Geschädigten rundum, weil sie nicht einsehen wollen, dass sie letztendlich eine kriminelle Organisation sponsern sollen, deren Protagonisten im Verein mit den Nutznießern aus der Politik mittels perfider Umverteilung dem Sozialstaat das Soziale abgraben.
Lieb Vaterland aber mag ruhig sein, denn die politisch Verantwortlichen wissen Rat, sie lassen zur Klärung des wahren Verlustes (einschätzungsmäßig stark schwankend wie auch beim Salzburger Finanzskandal, s.d.) und wie es dazu kommen konnte allerlei Gutachten erstellen, deren Kosten angesichts der versickerten Milliarden verschwindend gering sind.

4061er 24.02.14


Der folgende Text, auch in der „Wienzeile“ No. 65 nachzulesen, ist als gut getarnte Liebeserklärung zu verstehen:

Philyppika

Missbraucht wurde das Gelände, das man heute unter „Yppen-Platz“ und „-Markt“ kennt, schon zu Kaisers Zeiten … als Exerzierplatz.
Ich durft das einst trauliche Plätzchen kennen lernen, als es noch gelassen Geschichte atmend dalag – heute hechelt‘s nur mehr Livestyle ... und ist gewissermaßen wieder Exerzierplatz geworden.
Der Brunnenmarkt ist mit rund 160 Marktständen der größte ständige Straßendetailmarkt Europas. Er ist der preisgünstigste Markt Wiens und wird aufgrund seines bunten und multikulturellen Ambientes auch „Orient ums Eck“ genannt. Im Jahr 2009 ist der ehemalige Yppenmarkt mit dem Brunnenmarkt verschmolzen. Dieser nördliche Teil des Marktes ist durch die Errichtung einer Markt-Piazza auch ein Ort der kulturellen Begegnung geworden.
Soweit einer der offiziellen Texte zum Thema, so zu lesen auf der Homepage der Gemeinde Wien, offenbar verfasst von einem Gemeindebediensteten mit den Ambitionen eines Karl May – wohlmeinende Fantasie triumphiert hier über Kenntnis.
Der derzeitige Trend in diesem Orient ums Eck so wie ums Eck von diesem Orient lässt sich folgendermaßen umreißen: Noch ein Kebabgrill, noch eine Italofladenbäckerei, noch ein Sportwettcafé, noch ein Fernostfetzentandler auf Kosten von alteingesessenen Läden, urigen Wirtshäusern und Ständen mit gschmackigen Lebensmitteln. Der Brunnenmarkt wird demnach bald nur mehr als „Der Fetzenmarkt“ unter den Wiener Straßenmärkten dastehen und muss dann mit keinem Naschmarkt mehr konkurrieren. Diese Entwicklung ist wohl zum einen auf eine gewisse „Unaufmerksamkeit“ der Mannen der MA59, andererseits auf die Intentionen von Immobilienspekulanten zurückzuführen, welche sich gern türkisch-patriotisch geben.
Im Übrigen ist in der Kategorie, in welcher ehemals idyllische Plätzchen wie Caorle oder Matala zu finden sind, nun der Yppenplatz ein weiterer „Ehemaliger“ – er ist zum Hipenplatz verkommen.
Nebst erträglicher Nähe zum Zentrum bot das Grätzel lange Zeit wohlfeile Kost und erschwingliches Quartier, weswegen Künstler, Studiosi, Zuwanderer aus Ausland und Provinz sowie sonstige Negeranten hierherzogen. Miteinander haben sie, unterstützt von ansässigen Strizzis und Huren, dieser urbanen Gegend Gepräge gegeben. Wiens wilder Westen sollte jedoch disneyisiert werden, so wollten es die angesessenen Kaufleute, aufgeschreckt und zum Händereiben gebracht durch Aktivitäten wie „SOHO in Ottakring“ und allerhand Filmdrehs, wobei zahlreiche Standorte im Viertel als Kulisse herhalten mussten.
Wo man sich einst treiben ließ, herrscht nun getriebenes Treiben.
Und inmitten der Getriebenen: die Preise.
Ein weiteres von Ahnungslosigkeit getragenes Zitat aus der rosaroten Jubelstube: „‚Überall herrscht helle Begeisterung über die Neugestaltung des Yppenplatzes, nur die Grünen jammern und suchen mit aller Verzweiflung ein Haar in der Suppe.‘ Bezirksrätin Anita Voraberger verweist auf den Bunker unter dem Platz, der eine breite Begrünung unmöglich mache, ‚das wissen auch die Grünen ...‘“ Frau Vorab-Ärger vertraut hier ganz nach Politikerinnenart auf epidemische Amnesie, unbeleckt von der Tatsache, dass in der Zeit vor dem ersten Umbau der Platz wesentlich mehr Grün geboten hatte als er jetzt, drei Jahre nach dem zweiten, bietet! Unbekümmert an Tatsachen vorbeiargumentieren gehört ja zu den Grundübungen für Politikerinnen – die Empirie ist ihre Sache nicht – und die Welt, in der wir leben, ist anscheinend weit entfernt von dem, was Frau V. und ihre EU-phorischen Claqueure unter „Überall“ verstehen.
In diesem Zusammenhang sei ein Spruch der Tante Jolesch angebracht: „Gott soll einen hüten vor allem, was noch ein Glück ist!“ Noch ein Glück war nämlich, dass allerlei Pläne zur Umgestaltung des Yppenplatzes in Asphalt, Beton und spärlichem Grün verlaufen sind. Stahlbeton der für tausend Jahre Luftschutz konzipierten Bunker unter dem Park verhinderte so manches ehrgeizige Projekt. Weiters ließen initiative Bürger nicht zu, dass hier ein Gemeindebau als Denkmal für Sozi-Bonzen errichtet werde.
Nun verdrängen also mäßig originelle Wichtigtuer aus der Bussi-Bussi-Gesellschaft alle Originale, die ihnen nicht küssenswert erscheinen. Wo immer sie küssen, wollen sie auch das Sagen haben, so seicht es auch immer sei, denn sie treten als Touristen auf und sie haben ihre Schablonen dabei. Die Leute aus der Schmatz-Szene kommen übrigens und nebenbei auch zum „Künstlerschaun“, drum habt ihr nimmer lang zu warten, bis sie euch in Gehege pferchen in ihrem Künstlerzoo – Terrarien für die Marktstandler gibt es bereits.
An Stelle des einst arisierten Warenhauses Dichter steht seit 2008 ein Wohnblock, wo ein berüchtigter, nicht nur äußerlich gebräunter Politiker ein Ausweichquartier respektive eine Propagandawohnung gemietet hat. (Einem Immobilienmakler, hör ich, galt der prominente Nachbar sogar als Makelargument.) Das rechte Buberl darf sich jedoch recht sicher wähnen in der bedrohlichen Nähe von Ausländern, denn ebenerdig gibt’s ein Wachzimmer.
Die Exekutive zeigt überhaupt ungewohnte Präsenz! Als das Viertel noch naturbelassen war und es bloß Hiesige zu beaufsichtigen gab, sah man selten Uniformen. Heute patrouillieren sie auffällig oft und mindestens paarweise, um vergleichsweise noblen Gästen und sonstigen Bobos jenes Gefühl von Sicherheit zu vermitteln, welches sie bei Konsumlaune hält. Das ganze Renommierblech, die Vierbeiner mit Pedigree und was sie sonst zum Protzen brauchen – all das will bewacht, will beschützt sein!
Und im Fahrwasser der Delegierten aus Haßloch: die Schnorrer. Zu den handlesenden Kassierinnen gesellen sich seit der Ostöffnung zahlreiche  Schrummänen, welche lustlos ihre Instrumente quetschen, zupfen und streichen – manche haben sogar ein Playbackköfferchen dabei und müssten selber garnimmer musizieren spielen, brauchten nur noch abzusammeln.
Gen Norden, teils schon in Hernals, finden Fans von Discogedröhn und nicht minder geräuschvollen Boliden auf der Balkanmeile letzte, wenn auch gleichfalls dem Zeitgeist angepasste Spuren von wildem Westen.
Anfang des vorvorigen Jahrhunderts galt Neulerchenfeld als „des Heiligen Römischen Reiches größtes Wirtshaus“. Dergleichen, scheints, wird ganz in der Näh wieder angestrebt – diesmal aber muss es (schick und schnöselgerecht)  grande Taverna“ heißen.
Was solls – schließlich ist der Brunnenmarkt samt Drumherum doch bloß Markt und somit den gängigen Trends beziehungsweise dem Wachstumswahn unterworfen … Zum Auswachsen ist das!
Drum hilft nur mehr abwandern, Freunde, bevors eine Flucht sein muss!

Passende Allegorie zu der Entwicklung des Brunnenviertels: Eine Raubkatze erlegt ein Beutetier um sich zu sättigen. Hyänen vertreiben den Jäger und tun sich selber gütlich an der Beute.

4061er 11.07.13


Hasard und Schwarzer Peter

Ganz abgesehen von der assonantischen Qualität der Schlagzeile „Salzburger Finanzskandal“ wird die Sache an sich immer witziger (für Leute mit exorbitant viel Humor halt).
Verdächtig rasch ward eine Buhfrau an den Pranger gestellt, wobei den erfahreneren unter den Gaffern am Rande von Anfang an klar war, dass die, wenn überhaupt, gewiss nicht allein verantwortlich sein kann.
Bald flog die Schuldzuweisung hin und her wie ein Pingpongball beim „Ringerl“.
Die Höhe der Verluste variierte je nach Betrachtungsweise (wird wohl der eine oder andere geistesgegenwärtig die seiner Abteilung fehlenden Beträge gleich dazugepackt haben). Neuerdings heißt es sogar, es gäbe keine Verluste – anscheinend kann man die Misere auch so interpretieren.
Unfassbar, was uns da an Ahnungslosigkeit und Leichtfertigkeit entgegenswapt und was sich alles findet im ärarischen Müllschlucker!
Was die einen so leichtfertig machen, macht die anderen leicht fertig, und man kann's gar nicht drastisch genug darstellen: Von Steuerzahlern unfreiwillig hochbezahlte Manager und Verwalter allgemeinen Guts spielen, dem Hans-im-Glück-Prinzip huldigend, (unter anderem) mit den letzten Hemden von abgabepflichtigen Schluckern dermaßen Hazard, dass im Amt alle Zahlen verschwimmen.
Weil ich lernfähig bin und mich gängigen Trends nicht verschließe, werte Abgabenzocker und Amateurbroker, hab ich meine Einkommensteuer fürs verwichene Jahr bei den Österreichischen Lotterien deponiert (eine rein patriotische Spekulation also), mit etwas Glück könnt ihr sie von dort zurückholen – und wenn ihr euch ein letztes Quäntchen Glaubwürdigkeit erhalten wollt, sagt jetzt nicht, Steuergeld gehöre nicht zum Verspielen!

4061er 19.01.13


Kein Ende des Unfugs!
(ehem. „Dem Unfug ein Ende!“)

Vor der Abstimmung
Das untenstehende Gedicht stammt aus dem Jahre 1974 – Zeit meines Wehrdienstes. Schon damals war ich der Auffassung, welche nun spät aber doch und immerhin aus dem Munde eines Verteidigungsministers zu vernehmen ist: Der Staat stiehlt seinen jungen Bürgern Lebenszeit!
Darüber hinaus rekrutiert er Männer in einem Alter, in dem sie charakterlich noch recht biegsam sind, und zwingt sie, sich Befehlen von Kerlen zu unterwerfen, die dem Großteil der „Mannschaft“ intellektuell unterlegen sind. Der Staat zwingt Jugendliche in schlechte Gesellschaft und setzt sie atavistischem Gedankengut aus, welches sie, wenn's nach den militärischen Ausbildern ginge, zu verinnerlichen hätten – was in Einzelfällen sogar funktioniert!
Ich weiß nicht, wie's heute zugeht, zu meiner Wehrzeit war „Das Heer“ jedenfalls ein schwarzes Loch in der Demokratie, und allzuviel wird sich, wie ich das System kenne, nicht gebessert haben ... doch ... eins schon: Wir haben erstmals die Möglichkeit, unseren Nachkommen solch makaberes Kasperltheater* zu ersparen – also nichts wie weg mit der gesetzlichen Deckung für staatliche „Wehrsklavenhalterei“!

* Die Wendung „makaberes Kasperltheater“ geht auf H.C.Artmann zurück, der sie in seinem Manifest vom 17.5.1955 gegen die Wiedereinführung einer „Wehrmacht auf österreichischem Boden“ gebrauchte.

09.01.2013

Nach der Abstimmung
Das Gefühl kenn ich inzwischen recht gut, diese bittere Erkenntnis nach Wahlen oder Abstimmungen, dass meine Gesinnung nicht mehrheitsfähig ist.
Jetzt werde ich wieder tagelang (sonst überfällt's mich nur sporadisch) auf allen meinen Wegen misstrauisch meine Blicke schweifen lassen und stumm die Frage stellen: Wer von euch Arschlöchern hat da falsch abgestimmt!
Schön seid ihr reingetappt, in diese ganze Argumentation von wegen Wehrhaftigkeit und Preis. Leute, die Kosten können doch nicht das Problem sein, nicht in einem Staat, dessen Finanzen Grassers Ausverkaufspolitik (die wär übrigens, wenn's nach mir gegangen wär, verhindert worden) und Beamtenbroking bislang ganz gut verkraftet haben.
Und zum Thema Feindbild: Damals, als ich gedient hab, war „der Russe“ der Feind. Heut ist er einmaschiert durch die Hintertürln der EU (unsern Beitritt hätten wir genauso verhindern können) und man nennt ihn Wirtschaftspartner. So viel zu den Themen politische Entscheidungen und Wandel der Zeiten.
Jene, denen die Aufrechterhaltung des Zivildienstes das entscheidende Anliegen war, haben wohl nicht bedacht, dass die Herren Militärs trotzdem ihre Kasernen mit Menschenmaterial zu befüllen haben und deshalb nicht jeder wird bloß zivildienen dürfen. Wahrscheinlich ist's ihnen aber wurscht, so wie der bedenkenlose, manchmal sogar blindwütige Verschleiß von Ressourcen, die künftigen Generationen gehören, respektive das irreparable Versauen der Wohnstatt Erde insgesamt –; alles gemäß dem Leitsatz: Nach uns die Sintflut, also lasset sie uns gleich einleiten.
Da wundert's mich nicht, dass Jugendlichen, die einspruchsrechtlos mit ansehen müssen, wie ihnen die Alten bieder die Zukunft verscheißen, nicht viel mehr einfällt außer: „No Future!“ (je nach Naturell resignierend oder ablehnend gemeint).

4061er


Nachruf auf den Weltuntergang

Ottakring am 21.12.2012
Liebe Außerirdische,
hier sitz ich nun mit Schutzhelm und Lawinenairbag und harre der Zerbröselung der Welt, so wie es im Kalender von den Meiers steht. Vielleicht stehts auch nicht genau so im Kalender, aber meine eingeweichten Freunde meinen gemeinhin, dass es so gemeint sei.
Gottlob überträgt sich mein Zittern nicht über die Tastatur auf die Schrift, denn fürwahr, ich bin unruhig, obwohl ich ganze Zeit versuch, den Weltuntergang positiv zu bedenken: Also gesetzt den Fall, ich würd an den Weltuntergang gar nicht glauben, und sie geht trotzdem unter, hätt ich mich eben das allerletzte Mal geirrt ... Keine weiteren Irrtümer mehr – das wär dann das Gute dran!
Sein kann auch, dass nicht die ganze Welt untergeht, sondern nur die Menschheit. So oder so – alles menschliche Elend fänd ein End! Alle Leut wären hin und niemand müsst trauernd hinterbleiben!
Dann werden wirklich alle gleich sein, und das werden wir uns anschaun, ob die feisten Privilegiengeier und beschlipsten Schlawiner sich da noch Vorteile herausschinden können.
Und mit dem (freilich auch den) Nerven der Bevölkerungen von Endzeittouristenzielen (ihr wisst schon: Bugarach, Şirince, Capilla del Monte und so) wärs schließlich vorbei.
Bedauernswerte weil entbehrliche, viertklassige und deshalb zur Weltuntergangsberichterstattung vergatterte Journalisten, denen nichts zu blöd sein darf, sowie die Opfer derselben hätten endlich Ruh.
Insgesamt macht die Hysterie deutlich, wie, wen oder was inwiefern, worein und wohin der Glaube alles versetzen kann.
Nur wirds mit dem Glauben dann auch nicht mehr weit her sein ...
Wenn ihr also in den Trümmern von Terra einen lindgrünen Helm und einen roten Ballon ausmacht: Drunter bin ich! Bitte nehmt mich mit in eurem UFO, weil hier unten ist alles kaputt.
Hochachtungsvoll, Gerhard

Das war gestern, und abgesehen von den üblichen Kalamitäten ist die Welt seither durch nichts erschüttert worden.
Die derzeitigen Maya feiern den Beginn ihrer neuen Ära, so wie unsere Vereinsmeier einst den Jahrtausendwechsel feierten.
Mancheiner steht statt über den Trümmern der Welt vor denen seiner Finanzen, weil er zwecks Buchung eines UFO-Flugs sein Konto heillos überzogen hat.
Jene Gläubigen, welche sich darum gesorgt hatten, ob Himmel, Hölle und Fegefeuer einer derartigen Massenentsorgung von Seelen überhaupt gerecht werden könnten, wenden sich von den Problemen göttlicher Logistik ab und wieder ihrer verschandelten Kirche zu.
Solche Sorgen hatten diejenigen, welche die Seele für recycelbar halten, wiederum nie. Die plagte eher die Frage: wohin dann inkarnieren!
Die esoterischen Experten sind zur unerwarteten Stunde allerdings etwas verdattert und suchen Trost und Rat in ihren Zirkeln, um sich verschlüsselte Empfehlungen zu holen, welche sinngemäß ungefähr in etwa folgende Botschaft beinhalten: unverzagt weiter pendeln und therapieren, was das Zeug hält (denn nun hälts ja, wider Erwarten, wieder); alte Schriften mit neuen Erkenntnissen, den Vereinsstatuten und eigener Eingebung kombinieren und neu interpretieren, auf dass auch künftig diese verblendete Welt mittels überlegenem Halbwissen geläutert werde.
Aber eins weiß ich inzwischen ganz genau, ihr Apokalypsegneisser:
Die wahrhaft Eingeweihten beziehen ihre News zwar unter anderem aus Eingeweiden, aber niemals aus den eigenen ...
Jehovas Zeugen frohlocken indes, denn ihre Vorhersage, dass die Welt diesmal nicht untergehe, hat sich erfüllt.
Weihnachts-Industrie und -Handel können sich nunmehr konkurrenzlos entfalten.
Der heutige letzte Einkaufssamstag vor Weihnachten wird sicher extrahektisch, weil alle, die zuversichtlich auf den Weltuntergang vertraut hatten, jetzt noch schnell Geschenke besorgen müssen ...

4061er am Morgen des 22.12.12


Pauschale Pendler

Mir wird immer mulmig, wenn ich Finanzminister und -Innen (nein, nicht InnenMINISTER) von Geld sprechen höre.
Als Maria Fekter zur Erhöhung der Pendlerpauschale unlängst meinte: „... mir ist aber allemal lieber, es bekommt dieses Geld die Pendler, als beispielsweise es erhöht sich unser Nettobeitrag bei der EU“, klingelten in meinen Sprachzentren jene Alarmglocken, welche man aus Detektivgeschichten kennt.
Das Geld bekommt die Pendler!
Und was weiter?
Wie wird's den Pendlern ergehen in den Fängen des Geldes?
Überhaupt heißt's vorsichtig sein bei solchen Verdrehungen!
Einerseits kann die Frau Minister sich darauf berufen, dass das Volk sowieso wisse, wie's gemeint war, andererseits, wenn einmal Österreichs Nettobeitrag euseits erhöht wird (und das wird er gewiss), könnt sie behaupten, das sei jetzt, weil eben das Geld keinen einzigen Pendler bekommen habe ...
Aber was soll's ... ich pendle nicht pauschal und gegen derlei verquere Satzstellungnahmen hat sich über den meisten Wernicke-Arealen (für Sprachverständnis zuständigen Gehirnpartien) schon dicke Gehirnhaut gebildet.
Und wenn wir zum Beispiel an die gute Gehrerin zurückdenken und vergleichen (schmökere dazu „Mit großer Sorge“), werden wir erkennen, dass die Fekterin als Bundesministerin für Bildung, Wissenschaft und Kultur ebenso ihre Frau stehen könnte ...

4061er 19.11.12


Blaue Wunder
oder: Bundesbahnblues 2012

Unsere Bahn ist defizitär!
Nicht nur, was das Pekuniäre angeht, sondern vielfach auch in puncto Kundenfreundlichkeit!
Die Bahn-Granden meinen selbstverständlich, so schlimm, wie die Miesmacher tun, sei's ja garnicht, sie hätten ihre Boni immer noch ausbezahlt bekommen und zugunsten der Kundenfreundlichkeit werden ohnehin immer mehr Angestellte durch Automaten ersetzt.
Ja wenn das so ist, wollen wir denen auch den Missbrauch von Steuergeldern für Spekulationsspielchen nicht verübeln, wollen über die aus der Schließung von Bahnhöfen respektive der gänzlichen Einstellung von „Nebenstrecken“ resultierende Isolierung von Gemeinden und Regionen (alles bevölkert, wohlgemerkt) hinwegsehen sowie die zahlreichen Beschwerden (im 2009er Jahr warens z.B. 5.000 pro Monat) als Massenquerulanz abtun.
Speziell der Personentransport ist seit jeher eine heikle Sache, weil das Frachtgut imstande ist, aufzubegehren. Dem gilt es gestrenge Zugbegleiter entgegenzusetzen; das ist mit Automaten nicht zu machen und hält deshalb die Personalkosten hoch!
Der Traum vom zugbegleitenden automatischen Strafgebührenkassier (unter anderem für Fahrgäste, denen der andere Automat im Bahnhof das Herausrücken von Fahrkarten verweigerte) wird schon geträumt, die Realisierung indes ist noch in weiter Ferne.
Die zeitgesteuerte Aussperrung aus unbesetzten Bahnhöfen (während das Gepäck noch drinnen steht) wurde bereits erfolgreich erprobt, und das Entfernen unbotmäßiger Passagiere aus Zügen wäre mit Hilfe von Schleudersitzen grundsätzlich auch heute schon möglich; nur die Frage, wer ganz ohne Zugbegleiterurteil den unbotmäßigen Fahrgast als solchen erkennen soll, harrt nach wie vor der Antwort. Vorläufig scheint also am unfreundlichen, weil frustrierten und von zahlreichen zum Teil einander widersprechenden internen Vorschriften und Regelungen selber verunsicherten Schaffner keine Schiene vorbeizuführen ...

4061er 09.11.2012


Höhepunkt eines Hundelebens

Gewinner der österreichischen Casting-Show „Die Große Chance“ 2012 ist ein Hund.
Dem ist nichts hinzuzufügen.

4061er 10.11.12


Blödgehalten

Wer zu behaupten beliebt, seine vernagelte Anschauung sei gottgewollt; wer meint, Exklusivrecht zu haben an der Wahrheit, weil von Gott höchstpersönlich gepachtet; wer glaubt, bestimmen zu müssen, was andere zu glauben haben; diese Adoranten des Tellerrands mit ihrem für minimales Begriffsvermögen zurechtgestutzten Welt- und Gottesbild – sie sorgen sich sehr darum, dass alles beim Patriarchalischen bleibt. Alternative, vernunftlastige Ansichten machen ihnen nämlich Angst, vor allem Angst um ihren Status.
Wer nix weiß, bleibt beim Glauben, so die knappe Darstellung der fundamentalistischen Haltung. Nicht auszudenken, wenn Bretter sich von Stirnen lösten, Schuppen von Augen fielen, Scheuklappen keine Verwendung mehr fänden.
Peinlicherweise gilt's auch Schritt zu halten in allen Bereichen des globalen Kampfes. Mit einem Haufen von ungebildeten Blödianen ist garnichts zu gewinnen, soviel ist den Führern klar, also lassen sie männlichen Mitstreitern das notwendige Maß an Kenntnissen zukommen.
Die Mitstreiterweibchen aber, die haben dumpf zu bleiben – damit die nicht zurückreden und ihren Kindern nicht heimlich und unzensuriert Wissen infiltrieren können –, denn nur so ist die beschränkte Welt in Ordnung. Und das wird durchgesetzt ... wenn's ihr Ungeschick erfordert, sogar mit blutiger Gewalt.

4061er 19.11.12


Idiotensaison

Aus unterschiedlichen Gründen, welche ihnen selber jedoch (schlimmstenfalls) zeitlebens uneinsichtig bleiben werden, bemerkt sie den größten Teil des Jahres über kaum jemand.
Gemeint sind zweitens Kinder (für deren intellektuelle Entwicklung man noch hoffen darf) und erstens retardierte Erwachsene (...).
Ihresgleichen bemühen sich Ende jedes Jahres unter Zuhilfenahme pyrotechnischer Artikel um Aufmerksamkeit.
Etwa zur Adventzeit (der vermeintlich stillen) beginnen sie damit und ziehen das bis weit über den Jahreswechsel hinaus.
Die kurzen Augenblicke des Krachens und Blitzens brauchen sie für ihr Selbstbewusstsein.
Wenn dann Kleinkinder erschreckt quäken und Hunde sich die Panik aus dem Leib bellen, dämmern in sonst vernachlässigten Gehirnwindungen Gedanken wie: „Jetzt bin ich Herr über Donner und Blitz“ oder „echt supa!“.
Spätestens zu Silvester respektive Neujahr kriegt das Ganze gänzlich kriegsähnlichen Charakter, zumal vor respektive nach Mitternacht mehr oder weniger angesäuselte Biedermänner ('s werden auch einige Volltrunkene drunter sein, was die Sache besonders spannend macht) sich dem Reiz des Brandstiftens nicht länger verschließen wollen. Und all das bringt letzten Endes nichts weiter (von diversen physischen und psychischen Traumen, dem feinstäubenden Pulverschmauch und dem Bisserl Kinderarbeit, welches die Kracher wohlfeil hält, einmal abgesehen), als dass einschlägige Händler stolz und zufrieden vermelden dürfen, dass wiederum etliche Millionen schlichtweg verpulvert (!) worden sind.

4061er im Advent 19etc/20etc


Der alltägliche Versicherungsbetrug [1]

Weil die staatlichen Pflichtversicherungen krampfhaft und stetig nach Entkommen aus ihren Versicherungspflichten suchen und dies gern gesetzlich sanktioniert wird, schloss ein vorsichtiger Bürger eine private Rentenversicherung ab.
Als der Bürger nach Jahren in finanzielle Not geriet, war's noch lang hin zu den Tagen, wo er die Versicherer zur Kasse bitten durfte.
Bereit, auf die versprochenen Zinsen zu verzichten, wollte der Bürger nach seinem Ersparten greifen.
Lang ward des Bürgers Miene, als er erkennen musste, dass die Bande nicht willens war, ihm zurückzugeben, was er hingegeben hatte.
Die Assekurierer nämlich beriefen sich auf bestehende Versicherungsbestimmungen und wollten einen erklecklichen Teil abzwacken von dem, was der Bürger eingezahlt hatte.
Selbst wenn er weitere Prämienzahlungen einstellte und den Ablauf der vereinbarten Frist abwartete, sollt er nimmer bekommen, was er gegeben hatte (obschon dieser Modus weniger Aufwand für die Versicherer bedeutete) ...

Was lernen und schließen wir daraus?
1. Geld ist verderblich (besonders in Händen von Versicherern und Bankern).
2. Das Verwalten von geborgtem Geld sowie das Spekulieren damit bedeutet große Mühsal und will entsprechend entgolten sein; Zinsen und Gebühren zahlt also der Eigentümer und nicht der Nutznießer (der hat nichts weiter zu tun als zu nutznießen und abzuschöpfen) ...
3. Quod liced jovi non liced bovi oder: Wer als Raubritter ungeschoren bleiben will, der sorge sich um eine sichere Burg ...

4061er


Der alltägliche Versicherungsbetrug [2]

Um sicherzugehen, dass eine Rechtsschutzversicherung auch wirklich alles versichert, wessen sie den Kunden versichert, ist es ratsam, bei Abschluss einen Anwalt hinzuzuziehen. Ratsam ist ferner, den Versicherungsschutz nicht allzu sehr zu strapazieren, denn sobald ein Versicherter den Versicherern nicht mehr als sichere Einkunftsquelle gilt, weil er die zugesicherten Versicherungsleistungen häufig in Anspruch nimmt, kündigt der Versicherer den Vertrag, so viel ist sicher.
Sicher vor derlei Verunsicherung ist man nur ohne Versicherung!

(Siehe auch: Ö1, Help vom 16.06.2012) 4061er


Sonntagsunruhe

Am Tage des Herrn sollst du ruhen – ausschlafen aber sollst du nicht, denn die Diener des Herrn sind, ihres Katholengottes drittes Gebot nicht achtend, schon frühmorgens an der Arbeit, um mittels aufdringlichen Glockengeläuts die Sonntagsruhe zu stören.
Entspricht dies ihrer Auffassung von christlicher Nächstenliebe?
Denken sie überhaupt christlich dabei?
Oder denken sie bloß ans Marketing?
Jedenfalls übersehen und übertönen sie dabei und damit alle, die anderen Glaubens sind und sind sonder Rücksicht gegenüber denjenigen, welche nach ihrem in der Achtstundenmühle vollbrachtem Wochenwerk wenigstens am Sonntag nicht aus dem Schlaf geläutet werden wollen.
In wessen Auftrag tun sie solches?
Hat ihr Gott ihnen angeraten, Tag für Tag, Wochenend für Wochenend Radau zu machen
zu SEINER höheren Ehre?
Geschieht's vielleicht, in Ermangelung direkten Kontaktes zu Gott, auf Betreiben eines von mittelalterlichem Gedankengut durchdrungenen Kirchenfürsten hin?
Oder machen sie's schlicht aus Gewohnheit und genießen's als Freiheit, die niemand ihnen untersagen darf?
Was schließlich hat Aufdringlichkeit mit Andacht zu tun?
Wie steht's also um Demut und Bescheidenheit, von denen sie und ihresgleichen so gerne predigen?

4061er


Der alltägliche Bankraub [1]

Bank-Überweisungen aller Art, selbst für karitative Zwecke (im speziellen
Fall für tibetanische Flüchtlingskinder in einem Auffanglager in Indien),

kosten Geld.
Die Geier nehmen also rund 18 Euro für jede Überweisung, schicken den Betrag allerdings nicht direkt aufs Empfängerkonto, weil es da spezielle Arrangements gibt.
Zuerst kommt das Geld aufs Konto einer Partnerbank in Mailand (!?), die überweist's weiter zu einer Partnerbank und so fort (sollen ja alle ein bisschen mitnaschen dürfen), bis über etwa vier „Zwischenbanken“ die Spendengelder endlich diejenigen erreichen, denen sie zugedacht sind.
Wenn's gut geht!
Kann aber auch sein, dass das Geld irgendwie irgendwo verloren geht – bei all den Umwegen, die das Spendengeld banktechnisch bedingt nehmen muss, kann sowas schon passieren.
Und dafür, dass die Geier sich dann bequemen nachzuschauen, wo der Betrag versickert ist, muss wiederum bezahlt werden (in diesem Fall – auf dem Kulanzwege [!] – nur die Hälfte von den ursprünglich verlangten 70 Euro) ...

Schreit da niemand?

(Quelle: „Help Ö1 am 02.12.2006) 4061er


Der alltägliche Bankraub [2]

Ein Betrag von 250,– Euro wird am 21.12.07 überwiesen.
Weils eilt und weil der nette Herr von der Bank meint, dass in diesem Fall eine Eilüberweisung angebracht wäre, welche den Transfer innerhalb eines Tages garantiere, zahlt halt der Überweiser zähneknirschend die 15,– Oi für einen so genannten Extraservice, der eigentlich Selbstverständlichkeit sein sollte!
Nichtsdestotrotz werden die 250,– Oi erst am 28.12.07 auf dem Empfängerkonto verbucht (Valutadatum 29.12., versteht sich).
Freilich waren da ein Wochenende und die Weihnachtsfeiertage dazwischen und es blieb während der wenigen verbliebenen Werktage kaum Zeit, einen Transfer dieses Umfangs abzuwickeln.
Dennoch drängt sich weiterhin die Frage auf:
Wofür waren jetzt eigentlich diese 15,– Euro?

4061er


Der alltägliche Bankraub [3]

Ein Mensch will über seine Stammbank eine Rechnung begleichen.
Die Überweisung geht also von Bank E zu Bank D.
Bank D weist die Überweisung zurück, weil der Empfängername nicht der Vorstellung eines allzu akkuraten Angestellten entsprechend angegeben war (soll in letzter Zeit öfter vorkommen).
Niemand eruiert, ob Kontonummer udergl. mit dem verkürzten Empfängernamen in Zusammenhang stehen könnten, nichts (für den Bankkunden) Zielführendes geschieht –
macht unterm Strich 15,– Oi.
Der Mensch, befremdet über dieses allzu einseitige Geschäft, verlangt Erklärung.
Stellungnahme Bank D: Eine Kostenbelastung durch unser Haus ist ausschließlich gegenüber der BAWAG-Bank Wien („BAWAG-Bank“ – eine Tautologie, für die man eventuell auch extra kassieren könnt …) vorgenommen worden. Es liegt im Ermessen der kontoführenden Bank, ob sie dieses Entgelt an ihre Kunden weitergibt ...
Stellungnahme Bank E: Bei den 15,- Euro handelt es sich um einen pauschalierten Aufwandsersatz seitens der Deutschen Bank … Bei diesem Aufwandsersatz handelt es sich aus Sicht der Easy-Bank um ein fremdes Entgelt. Fremde Entgelte werden gemäß AGB an den Kunden weiterverrechnet. Der Kunde hat die Möglichkeit, mit der Deutschen Bank zu klären, ob die Zurückweisung rechtens war.
Parabel: Zwei furzen und jeder behauptet, sein Furz sei es nicht, der hier stinkt!

Wär doch nur gerecht, wenn in diesem Fall (sowie in ähnlich gelagerten) der Kunde seinen (tatsächlichen) Aufwand (Telefonate, Korrespondenz, Magengeschwür etc.) geltend machen dürfte – aber solches Privileg gebührt von Gesetzes wegen nur denjenigen, welche es auch ordentlich missbrauchen wollen ...

(Quelle: „Help“ Ö1 am 16.04.2011) 4061er


Der alltägliche Bankraub [4]

Seit 2009 gilt für Zahlungsdienste ein Gesetz, das unter anderem die zulässige Dauer von Überweisungen regelt: Spätestens am Ende des nächsten Geschäftstages muss ein überwiesener Betrag auf dem Konto des Empfängers gutgeschrieben sein!
Mit Rücksichtnahme auf die stets prekäre pekuniäre Situation der Geldhändler hatte man sich mit dem Gesetzbeschluss möglichst lange Zeit gelassen und räumte den darbenden Bankern selbstverständlich eine geraume Übergangsfrist ein.
Somit dürfen die Zahlungsdienstleister bis 01.01.2012 weiterhin Zahlungen auch vier Tage zurückhalten, wenn sie grad in Geldverlegenheit sind, beziehungsweise, wenn die Rechner Urlaub machen ...

(Quelle: „Help“ Ö1 am 20.08.2011) 4061er


Der alltägliche Bankraub [5]

Eine Überweisung ist zu gewärtigen, drum deckt eine Bankkundin noch eilig ihr Konto am
Vormittag des Überweisungstages ab.
Der Betrag scheint erst um 19:00 desselben Tages auf ihrem Konto auf. Der Computer wollt aber schon um 18:00 überweisen, weil aber so das Konto um satte Euro 4,20 überzogen worden wär, storniert der auf stur geschaltete elektronische Bankert die Überweisung und verrechnet (in Anbetracht seiner hohen Lohnkosten und des Zeitaufwands von einigen Sekunden) sieben Euro Stornogebühr ...
So, Leute, geht Geldverdienen!

4061er August 2011


Der alltägliche Bankraub [6]

Der Wiener Flughafen bietet Bankern besonders leicht verdiente Beute, weil ihre Opfer meist wenig anständige Alternativen in der Nähe finden, wenn sie noch eilig Geld in andere Währung wechseln wollen.
Die Geldwechsler nehmen nämlich selbst für das Zerlegen eines Hundert-Euro-Scheins in kleinere Euro-Scheine ein Prozent an Gebühr, und diese Gebühr ist wiederum nicht ungebührlich, hör ich, wenn die Geneppten und solche, die noch geneppt werden wollen, bankgeschäftsordnungsgemäss über die Einverbarung (= branchenübliche einseitige Vereinbarung ... genau genommen ein Diktat) in Kenntnis gesetzt worden sind.
Also lasset ab vom naiven Glauben, Geldwechsler würden lediglich wechseln, wenn sie verkaufen, und studieret gründlich die Abstierkodizes, bevor ihr euch mit Abstierern einlasst, denn sobald ein Gelddienstleister dienstgeleistet hat, gibt's kein Zurück mehr ... es steht nämlich geschrieben, dass ihr ihm auf jeden Fall zu geben habt, was ihm eigentlich nicht zusteht.
Der Tag ist nicht mehr fern, an dem ihr auch für die Nutzung von bankeigenen Räumlichkeiten und Einrichtungen (für unsereinen: Schlange stehen) zur Kasse gebeten werdet!

(Quelle: „Help“ Ö1 am 07.01.2012) 4061er


Der alltägliche Bankraub [7]

Ein Mensch lässt seine Rechnungen von Wien Energie per Auftrag einziehen. Im Zuge eines Umzugs hat er kurzfristig für zwei Standorte, den alten und den neuen, die Energiekosten zu berappen. Nach heutiger Praxis geht dergleichen nicht ohne Kalamitäten ab, so auch hier: Wien Energie zieht stoisch den Rechnungsbetrag für den alten Standort weiterhin ein, worauf der Mensch mit Stornierung des betreffenden Vertragskontos reagiert.
Wie der Mensch erst später erfährt, ist es banktechnisch nicht machbar, zwei unterschiedliche Vertragskonten voneinander zu unterscheiden, weshalb die Einziehungsaufträge für Wien Energie generell als storniert behandelt werden und Wien Energie wegen des dadurch entstandenen Fehlbetrags auf dem neuen Vertragskonto eine Mahnung an den Menschen schicken muss.
Und was im Großen funktioniert, geht im Kleinen auch recht gut: Eine Bank baut Scheiße und wälzt die Kosten dafür auf andere ab.
In diesem Fall kostets dem Menschen „bloß“ runde acht Euro (Gebühren für nicht durchgeführten Bankeinzug [ja, ja, nicht Durchgeführtes kostet auch] und etwas Telefonkosten).

4061er 18.10.2012


Der alltägliche Bankraub [8]

Inflationsrate 2,5% / Sparbuchzinsen 0,125% (ein 20stel der Inflationsrate!).
Fürs Konto: Habenzinsen 0,125% / Sollzinsen 13,250% (das 106-fache der Habenzinsen!). Bei mehr als € 8,00 Überziehungszinsen per Quartal € 5,66 (sie nehmen also dort, wo sie ohnehin schon gut verdienen, noch was extra).
Aus dem Gesetzbuch:
Wer die Zwangslage, den Leichtsinn, die Unerfahrenheit oder den Mangel an Urteilsvermögen eines anderen dadurch ausbeutet, daß er sich oder einem Dritten für eine Leistung, die der Befriedigung eines Geldbedürfnisses dient, insbesondere für die Gewährung oder Vermittlung eines Darlehens oder für die Stundung einer Geldforderung oder die Vermittlung einer solchen Stundung einen Vermögensvorteil versprechen oder gewähren läßt, der in auffallendem Mißverhältnis zum Wert der eigenen Leistung steht, ist mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren zu bestrafen.

4061er 05.11.2012


Der alltägliche Bankraub [9]

Die Bank für Arbeit und Wirtschaft, im Folgenden kurz „BAWAG“ genannt, hat eine traurige Geschichte hinter sich. Im Jahre 1922 wurde sie als „Arbeiterbank“ gegründet „... um den Organisationen und Instituten der Arbeiterklasse ein Hilfsinstitut zu schaffen, das ihnen die Benützung kapitalistischer Institutionen erspart“ (Karl Renner). Nach regimebedingter Auflösung anno 1934 durfte sie erst dreizehn Jahre später als „Gewerkschaftsbank“ wieder auferstehen.
Jahrzehnte danach brachte der Zusammenschluss mit der Postsparkasse den seit jeher berüchtigten Service der „Postler“ mit sich.
Schließlich trieb der diebische Elsner mit seinen Kumpanen die BAWAG in einen Skandal und an den Rand des Ruins, worauf die Gewerkschaft die Bank verkaufen musste und die ehemalige „Arbeiterbank“ künftig cerberussisch geführt werden sollte. So agieren die Bankster der seit langem schon kapitalistischen Institution weitab von den Interessen der Arbeiterschaft und noch weiter entfernt von jenen der nicht zuletzt aufgrund der Trägheit der Gewerkschaften arbeitslos Gewordenen.
Der neueste Beweis für Kundenverachtung ist die Streichung des Kontoüberziehungsrahmens für Bezieher von AMS-Geldern, ungeachtet etwaigen geringfügigen Zusatzverdienstes, ja sogar (aufgrund einer ebenso spaßigen wie entlarvenden Datenverarbeitungspanne) ungeachtet des Unterschiedes, ob sichs um Mitarbeiter des AMS oder um Leistungsbezieher handelt.
Womit wir beim Räuberischen wären: Für all jene, die, überrascht vom neuen Status, ihr Konto noch überzogen hielten, gabs jetzt zu den üblichen Wucherzinsen von 12–13,25% weitere fünf Prozent Verzugszinsen zu berappen. Diejenigen, deren Einziehungsaufträge nicht mehr durchgeführt wurden, weils der Kontorahmen nimmer erlaubte, wurden mit € 6,50 Euro Gebühr für die Nichtdurchführung (!) bedacht … So schaut das eben aus, wenn Bankster sparen helfen!

4061er 31.7.2013


Der alltägliche Bankraub [10]

• Der Überziehungsrahmen wurde von € 3.400 auf € 0,00 heruntergesetzt, diesbezügliche Anfragen an den „Betreuer“ blieben unbeantwortet. (Nicht so die Anfrage in Bezug auf das bei genauem Hinsehen unanständige Angebot, zur „BAWAG P.S.K. Kontobox Basis Online“ überzuwechseln, was eine Verteuerung der ohnehin ungerechtfertigten Kontoführungs-Haupt und -Nebenkosten und somit leichte Beute für die Bankster bedeutet hätte.)
• Neue Bankomaten wurden angeschafft, die sind ein wenig träge im Anlauf (damit die Werbeinschaltungen einwirken können) und in den Funktionen eingeschränkt.
• Die amerikanischen* Eigentümer der Bank haben keinerlei Skrupel, ständig europäisches Personal abzubauen, womit wir hierorts in den Verdruss von immer mieser werdendem Service kommen. Menschenverachtende Personalpolitik in Kombination mit perfidem Marketing zwingt die Kunden in Warteschlangen inmitten konsumanregender Regale.
All das mitsamt den altbewährten Miss-Ständen (wie unverhältnismäßige Verrechnung von minimaler Computerarbeitszeit) rechtfertigen nach Banksterverständnis eine Erhöhung des Kontoführungsentgelts – die zwar mit Bedacht aber nichtsdestoweniger bedenkenlos in Abhängigkeit gelotsten Kunden müssens ja nicht gutheißen … sie sollen ja nur zahlen!

* Die Vereinigten Staaten von Amerika: Quell zahlreicher weltweiter Krisen. Ein schwerverschuldeter Staat, der Unsummen in Rüstung investieren muss, damit er gegen den gerechten Zorn der von seinen Banken und Konzernen Geschädigten gewappnet bleibe.

4061er 14.11.2013


Der alltägliche Bankraub [11]
Oder: Die Krähen hacken einander die Augen aus

Selten genug schwappen die heimlichen Machenschaften der nimmersatten Bankster, die sich natürlich nicht mit dem begnügen, was sie im Rahmen der eigens für sie geschaffenen Legalität zusammenraffen können, an die Oberfläche – wie zum Beispiel Zinsabsprachen und Kartellbildung auf Kosten von Konsumenten, Unternehmen und anderen Banken, um die Gewinne der eigenen Bank-Rotte und die Boni zu steigern.
Hätten nicht eine Schweizer und eine britische Bank die Manipulationen aufgedeckt (nicht zuletzt, um Geldbußen in Milliardenhöhe zu entgehen), wäre dieser Teil des üblen Treibens wohl noch lange Usus geblieben.
Mal sehn, was an dem Verdacht der Währungsmanipulation dran ist, respektive, wieviel davon sich ans Licht bringen lässt …

Quelle: Ö1/4.12.20134061er


Der alltägliche Bankraub [12]
Oder: Ein Nichts geht nach Nirgends

Die Banken tragen schwer an der vielen Verantwortung und schwerer noch am virtuellen Geld. Wenn dann eine Bank von der anderen kein Scheingeld (auch Konjunktivvermögen – welches die ebenso verdächtigen wie an sich wertlosen Geldscheine abgelöst hat) erhält, wird dafür Gebühr verlangt. Für die Rücknahme des bei der einen Bank nicht eingelangten Scheingeldes nimmt die andere Bank auch Gebühr. Die Gebühren gebühren zwar beiden nicht, haben aber in einem speziellen Fall insgesamt 17,20 Oi ausgemacht (6,50 für Nichtdurchführung eines Auftrages sowie 10,70 „Rückläuferspesen“!), welche von einem kurzfristig nicht ausreichend gedeckten Konto abgezogen worden waren. Der nicht vorhandene Betrag, der von nirgendwo nach nirgends und wieder zurück gegangen sein soll, hätte 38,11 Oi ausgemacht. Wahrhaftig alles Bagatellen, wenn mans mit den Milliarden an Scheingeld für Bankenrettung vergleicht. Unangenehm ist nur, dass sie uns mit solchen Zahlenspielereien ständig gängeln, dirigieren und manipulieren, weil sie damit das Elend steuern können …

8.4.20144061er


Der alltägliche Bankraub [13]

Ostern 2014, dem allgemeinen Urlauben hatte sich offenbar auch der Computer der BAWAG angeschlossen, so war ein am Gründonnerstag, den 17.04.14 um 10:20 überwiesener dreistelliger Betrag erst am Dienstag nach Ostern (22.4. – fünf Tage nach Überweisung) für die Empfängerin verfügbar.
Seit 1.1.2012 gilt: „Die Bank oder ein sonstiger Zahlungsdienstleister haben sicherzustellen, dass der Zahlungsbetrag dem Konto des Empfängers/der Empfängerin spätestens am Ende des nächsten Geschäftstages, an dem der Überweisungsauftrag bei der Bank eingetroffen ist, gutgeschrieben wird“ (§ 42 Abs 1 ZaDiG). Lang genug hats gedauert, bis das Gesetz voll zum Tragen kam (siehe auch Der alltägliche Bankraub [9]), denn bis zum 1. Jänner 2012 konnte die Bank noch eine Frist von maximal drei Geschäftstagen „vereinbaren“, wobei die Vereinbarung, ganz nach Banksterbrauch, meist nur eine einseitige war. 
Durch das Ausbleiben des per SMS avisierten Betrages musste die Empfängerin einiges an Mehraufwand in Kauf nehmen.
‘S wär hoch an der Zeit, dass der einfache Konsument, oft genug Leidtragender bis Geschädigter im Zuge von behördlichen Nachlässigkeiten sowie Schlampereien oder kriminellen Machenschaften von Unternehmen, die zur Überwindung von ignoranzbedingtem Wirrsal respektive präpotenten Willkürakten aufgewendete Zeit pekuniär geltend machen darf (muss ja nicht gleich zum Stundensatz eines Rechtsanwaltes sein) – zumal grade die Gelddienstleister quasi jeden Furz in Rechnung stellen dürfen.

22.4.20144061er


Der alltägliche Bankraub [14]
Zusatz zu No. 13

An einem Dienstag um 06 Uhr 54 wird ein dreistelliger Betrag überwiesen, am darauf folgenden Mittwoch um 14 Uhr ist der Betrag immer noch nicht auf dem Konto der Empfängerin. Muss auch nicht, obwohl es technisch leicht zu bewältigen wär, weil laut § 42 Abs 1 ZaDiG soll der spätestens am Ende des Geschäftstages aufscheinen. Und in der so gewonnenen Zwischenzeit können die Bankster mit dem aus Bagatellbeträgen zusammengeklaubten Kapital auf dem globalen Finanzmarkt allerhand anstellen. Die Empfängerin, die das Geld so rasch wie möglich benötigt hätte, hat in diesem weltweiten Spiel das Nachsehen.

5.8.20144061er


Der alltägliche Bankraub [15]

Man nehme ein Gurkenglas voll kupferner Cent-Münzen im Werte von 21,27 Euro und begebe sich damit zu einem automatischen Geldwechsler. Dort streue man das Kleingeld behutsam ins dafür vorgesehene Fach des Zählautomaten und harre der Dinge, die da kommen mögen.
Kommen mögen in diesem Falle Spesen von 1,74 Euro, wie am Display zu lesen ist. Dabei handelt es sich um die Gebühr fürs Zählen, denn der Automat ist erstens hochqualifiziert und muss – zweitens – stets konzentriert arbeiten. Daher hat die Gewerkschaft der Bankautomaten für seine Mitglieder einen angemessenen Stundenlohn erkämpft, welchen unsereiner solidarisch würdigen sollte.

6.8.20144061er


Weihnacht 2008

Spendet, spendet, spendet Leute!
Und spendet nicht nur für die Armen, spendet auch für die Ärmsten, als da sind: Versicherer mit Makel, darbende Banker, die Manager der Autoindustrie, Immobilienspekulierer.

Da müsst ihr garnicht extra Zahlscheine ausfüllen – eure Regierung spendet für euch!

Nun weiß ich nicht, wie's euch geht, liebe Leute – mir wird jedenfalls ganz warm ums Herz angesichts solcher Nächstenliebe ... oder ist's eher ein flaues Gefühl in der Magengegend ...?

4061er 19.12.2008


Wien-Energie spart

Mit aufwändig gestalteten Foldern (vierfarbig auf schwerem, dickem Karton samt eingeklebtem Säckchen mit eingeschweißten Gummimäuschen zum Naschen) wirbt „Wien Energie“ fürs Energiesparen.
Sie kündigen einen Energie-Erlebnistag im Wien-Energie-Haus an (Adresse wird in dem teuren Druckwerk nicht bekanntgegeben) und verweisen weiters auf die weitgehend unbrauchbare Online-Seite „www.energiesparcheck.at“.

Nun bin ich inzwischen ein geübter Zwischendenzeilenleser, drum las ich in dem kostspieligen Folder und auf der Internetseite:

Seid nicht enttäuscht, liebe Konsumenten, und ärgeret euch nicht, nehmet die nächste Preiserhöhung, in ihrer Saftigkeit kaum zu rechtfertigen, ruhig und gelassen hin – sie trifft euch weniger hart, wenn ihr Energie spart!
Zeiget Verständnis für schildbürgerartiges Verschwenden und unverschämtes Gehälterscheffeln, welchletzterem auch allerlei Fehlentscheidungen keinen Abbruch tun dürfen.
Und sehet letztlich, wie viel Gutes ein reichhaltiger Werbeetat stiften kann!

4061er 09.11.2008


Political Correctness

Einer der vielen Importe aus dem Land der unbegrenzten Heuchelei, die wir lieber hätten verweigern sollen, ist die „Political Correctness“.
Die Eiferer begrüßten sie inbrünstig und eiferten sogleich, was sie aber besser unterlassen hätten, denn sie reizen damit die Satiriker, welche zu politischer Respektlosigkeit neigen.
Aller Begriffsreinigungseifer nutzt ja nix, wenn man der Unart huldigt, grundsätzlich gewisse Leute gewissen Unarten diskriminierend zuzuordnen. Ohne beiderlei Unart wär ja an den herkömmlichen Begriffen auch nichts auszusetzen.
In diesem Zusammenhang sei hier an Angelo Soliman erinnert, zu Lebzeiten unter anderem Gesellschafter Kaiser Josefs II. und Erzieher im Dienste des Franz Josef von Liechtenstein, der sogar in eine Freimaurerloge Aufnahme gefunden hatte und mit Exzellenz angeredet, nach seinem Ableben aber schließlich doch als ausgestopfter Mohr im Kaiserlichen Naturalienkabinett ausgestellt worden war.
So war‘n die damals drauf – und heutige Tierschützer eifern nach, indem sie aus lauter Solidarität zur Kreatur nur menschliche und nichtmenschliche Tiere kennen.
Die Eifer_innen entwickelten aus der Political Correctness die Gender Correctness, die uns allerlei ebenso kuriose wie umständliche Schreibweisen sowie – jeglicher Druck erzeugt Gegendruck – Blondinenwitze bescherte. Daraus hinwiederum könnt man als gemäßigt diskriminierende Beschreibung eines dummen Weibsbilds ableiten: Die ist ziemlich blond unter den Haarwurzeln – wenn man so frei wär.
Im Grunde führt der ganze Eifer bloß dazu, dass eher über korrekte Benennung als über die Miss-Stände an sich debattiert wird, weil niemand mehr die Dinge beim Namen zu nennen wagt.

Damit nun genug, ihr Manderleut und Weiberleut, meine keineswegs umfassende BeitragIn zur politischen Sprachkorrektur hab ich geleistet (ich vermeide hier bewusst die Wendung „meinen Senf hab ich dazugegeben“, um den Senf nicht abzuqualifizieren) und schließe mit einem korrigierten Zitat aus Friedrich Schillers „Die Verschwörung des Fiesco zu Genua“: „Der migrierte Tunesier hat seine Schuldigkeit getan …“

4061er

Da


Patriot- und Feminismus
„Das Schöne“ reimt sich auf „Söhne“ –
auf Töchter reimt sichs schlechter!

Zwei Ressorts hätte die Frau Minister (Schall-Rauch-Kallat) zu betreuen, eins für Gesundheit, das andere für Frauen.
Die beiden dürften sie nicht recht interessieren, weil sie andere Aufgaben sucht und sich einer gewiss böswilligen Einflüsterung folgend dazu verstieg, eine Hymne umtexten zu wollen. Nicht irgendeine Hymne, sondern UNSERE BUNDESHYMNE!
Damit handelt sie ihren eigentlichen Verpflichtungen zuwider: Sie sorgt für Aufregungen, die die Krankenkassen belasten könnten, und sie dient der Sache der Frauen mitnichten, wenn sie so ganz ohne weibliche Solidarität und noch weniger Respekt vor der Kunst (die Kunst – weiblich!) das Werk einer DichterIN verballhornen will. Nicht zuletzt hat sie ihren Kollegen und Kolleginnen aus der politischen Szene einiges an Zeit gestohlen, welche stets wissbegierige JournalistInnen für allerlei Statements beanspruchten.
Mein Vorschlag:
Frau reduziere die Hymne auf den Refrain „Vielgeprüftes Österreich“.
Der Rest sei von einem Chor aus Alt- und Bass-Stimmen zu gleichen Teilen zu summen.
Bezüglich der Instrumentierung gibt's keine Bedenken, weil die für Hymnen gebräuchlichen Instrumente ohnehin ordentlich getschändert sind – und ein Flügel taugt dafür sowieso nicht ...

4061er 30.09.2005

Das wär also geschafft, statt
„Heimat bist du großer Söhne ...“
heißt's nun hatschert:


Aber noch bleibt viel zu tun – allerlei Landeshymnen und so Texte wie das Vaterunser harren schon lang der Zurechttschänderung ...

4061er 08.12.2011


Kids
Bemerkungen von einem der aufwuchs als „cool“ noch „lässig“ hieß

Unsere Kinder sind zu Kids gediehen, zu kleinen Amis.
Wir haben es nicht verhindern können, desgleichen die in Klassenzimmern hangenden Portraits von soigniert herabblickenden Herren Bundespräsidenten nicht.
Die Übermacht war zu gewaltig, angewachsen seit den Zeiten der ersten Importe aus New Orleans und Hollywood, in Nachkriegsjahren mit Kaugummi gefestigt und schließlich mit Ketchup besiegelt.
Ganz zu schweigen von dem, was der Geist Woodstocks in Bezug auf die ethnische Eigenständigkeit der Leute meiner Generation angerichtet hat.
So haben wir nicht verhindern können, dass unsere Kids jetzt biken und skaten, dass sie rappen und raven, dass sie zuhörends mehr und mehr sprechen wie die dort drüben (am kühlsten fand ich einst eine hitzige Debatte unter Jugokids – Abkömmlinge eingeschleppter Slawen, die bei uns quasi die Neger vertreten –, welche im Streitgespräch einander als Mutterficker bezeichneten ... nicht in Englisch zwar, aber trotzdem zog ein Hauch von Harlem durch die Bim), dass sie auf amerikanisch essen, dass sie Baseballmützen und diese noch dazu verkehrt herum tragen; bald werden sie allesamt auch Baseball spielen, dass uns die Bällchen nur so um die Ohren fliegen – und wenn sie älter sind, werden sie womöglich joggen und aerobben, falls das dann noch in ist und so heißt.
Wer nicht modernisierungsverlieren will, muss halt die Sprache der Sieger beherrschen, das Heulen der Leitwölfe umzusetzen und nachzuahmen verstehen, am besten bereits im zarten Alter, wegen des Vorsprungs.
Eltern haben wenig Zeit, weil sie auch nicht verlieren wollen, und sie haben wenig Kraft, weil das Gewinnen ziemlich anstrengt. Darum werden die Kids jetzt technisch erzogen, via TiVii und Computer. Hochmotivierte Vierjährige lernen mit geringer Unterstützung von Eltern und Geschwistern am Monitor in Deutsch und Englisch lesen, damit ihnen der Weg offen stehe in die Welt der Computerspiele und sie nicht weiter dringen in die Welt der Angehörigen. Reibereien gibts mitunter, wenn der Kleine noch nicht ins Bett mag, weil er grade auf Erfolgskurs ist und der nächsthöhere Level in ertastbarer Nähe, der Papa aber den Computer braucht, um ins Internet abzupaschen.
Baseball und Mutterficker sind bei weitem nicht das Schlimmste, was uns blüht.
Wir kriegens deutlich zunehmend mit Wrestling und Football zu tun.
Letzteres ist ein Spiel, welches ich nie verstehen werde. Ich hab schon Probleme mit dem heimischen Fußball, bei dem wirklich mit Füßen gekickt wird.
Warums bei den Amis Football heißt, ist eines der vielen Rätsel der Neuen Welt.
Freilich, die Spieler sind zu Fuß und rennen – aber immer nur kurz, denn bald liegen sie wieder zuhauf. Dann türmen sich die martialisch verpackten Leiber und zuunterst liegt jeweils der Ball, der dementsprechend flachgedrückt ist.
In der Hauptsache formieren, besprechen, stoßen und balgen sie sich.
Die Anderen, die sich ohne Ball balgen, das sind die Wrestler – grimmige Fernfahrertypen, gewachsen wie Trucks.
Das Wort Freistilringen ward von Catch-as-catch-can abgelöst (ein wahrhaft zu umständlicher Ausdruck von geradezu ungarischem Klang); und übermorgen kann Wrestling auch schon wieder anders heißen.
Zugegeben, wir sind nicht unschuldig daran, dass unsere Kids die amerikanische Art zapfen aus allen Kabeln, dass sie Amerikacke aus Satellitenschüsseln schlürfen.
Aber seien wir ehrlich, wer hat schon die Kraft, sie vom Bildschirm wegzustampern, wenn sie grade glotzen, so brav, so still, so lieb. Außerdem sind bundesdeutsche Synchronisatoren sowieso bemüht, das Schlimmste zu verhindern ... oder?
Hämisch amüsieren wir uns über jene nicht ganz gewöhnlichen amerikanischen Familien, wie sie in denen Sitcoms vorkommen.
Anfangs dachte ich, die Sitcoms hießen so, weil da im Sitzen geblödelt wird.
Das ist nur zum Teil richtig, weil die Dialoge so witzig wirklich nicht sind, als dass dramatisches Handeln vollends entbehrlich wäre.
Oft gehts sogar ziemlich hektisch zu: schnell wechselnde Auf- und Abtritte, Tür auf, Tür zu, quirliges Durcheinander, immer wieder Gags, und vor, zwischen, hinter allem die johlenden Akklamationen, manchmal sogar ohne Grund, nur um keine den Unterhaltungswert schmälernde Stille aufkommen zu lassen.
Ergreifende Augenblicke sinds, wenn einer der Stars auftritt und unsichtbares Publikum vor Begeisterung hörbar am Boden liegt. Überhaupt ist die Idee grandios, in Fernsehproduktionen Claqueure einzubauen! Leichter kann mans unsereinem gar nicht mehr machen. Nirgends sonst kann man so sicher lachen, in der Gewissheit, dass es an der richtigen Stelle sei. Vielleicht sollte man das künftig fürs Schreiben von Bu-Groten (in Worten Buchstaben-Grotesken) übernehmen und mit so manchem eingeklammerten „Grins“, „Hihi“ oder „Bruuhaahaa“ Vorkommen und Grad der Spaßigkeit markieren.
Wenn die Comedys im Übrigen nicht unbedingt stiller sind wie so Produktionen, wo bei Verfolgungsjagden und zahlreichen Explosionen jede Menge Blech wegfliegt, im Aufwand bescheidener sind sie allemal – bei manchen wechselt nicht einmal die Kulisse – ein Händereiben für jeden Produzenten. Bei Produktionen mit higherem Budget und folglich Extraetat für Pyrotechnik, Gebrauchtwagen und Stunts wird gelegentlich genauso gespart, wie die immer wiederkehrenden wohlbekannten Kameraeinstellungen vermuten lassen.
Auch an Wirklichkeit haben sie einiges zu bieten, die Drüberen.
So einen Hurrican zum Beispiel find ich ausgesprochen amerikanisch – einerseits nix wie Luft und andererseits nicht zu ignorieren, wenn er daherkommt.
Oder auch: Monsterprozesse, nicht allein wegen des Aufwands so genannt, sondern auch, weil die Angeklagten nicht selten als Monster zu gelten haben.
Der Prozess um jenen Oh Je Simpson war beispielgebend dafür, wie sehr uns bereits Untaten von einzelnen Amerikanern betreffen: Ein arrivierter Sportler, dazu Schauspieler und präsumtiver Killer, eine Figur wie aus einer starken Crime-Story, beärmerte unsere Medien, als ob er auch noch in den Präsidentschaftswahlkampf gezogen wäre.
Das nenn ich Image, wie die hiesigen einseitigen Talente es einfach nicht bieten können. Einer wie Simpson verdient Publicity, da kann gar nicht genug Wasser zwischen den Continents liegen; da sind ganz andere Wellen im Spiel.
Ich begrüße es hiermit ausdrücklich, drüben eine neue Welt zu wissen, in die wir via Äther speanzeln können, wenn die alte gerade zu nah oder auch zu fad ist.
In this sense: Amerika bless our kids!

4061er


Beschiss als Geschäftspraxis
am Beispiel Niedermeyer

Die Mitarbeiter an der Niedermeyer-Verkaufsfront sind angehalten, den Kunden zu ihren neu erworbenen Geräten eine so genannte Vollschutz-Versicherung aufzuschwatzen – was im beschriebenen Fall rund fünfzig Euro extra einbrachte.
Solch ein Vollschutz ist aber nicht ganz für voll zu nehmen, weil die Leute in der Niedermeyer-Etappe wiederum angehalten sein dürften, diesbezügliche Forderungen betroffener Kunden fürs Unternehmen profitabel zu behandeln.

War also einmal ein Notebook, welches im Batteriebetrieb weder noten noch booken wollt. Im Netzbetrieb funktionierte es, die Batterie aber ließ sich nicht aufladen und bremste gar, sobald sie drin war im Gerät, das Arbeitstempo.
Weil ja so ein Akku ein Verschleißteil und somit nicht vollschutzversichert ist, besorgte ich einen neuen, was jedoch keine Verbesserung brachte.
So war's an der Zeit, das Ding zur Reparatur zu tragen, und so begann der eigentliche Leidensweg: Bald erhielt ich den Kostenvoranschlag für einen Akku, welcher nach Ansicht irgendeines Technikers ausgetauscht werden musste.
Da half kein Faxen und kein Telefonieren: Jemand hat überprüft, befunden – und es dabei belassen. Einwände wie der, dass der Akku nicht die Wurzel des Übels sein kann, wurden von inkompetenter Seite ignoriert.
Zudem wurden bei Abholung des zwar weiterhin defekten, schleißig überprüften, aber immerhin vollschutzversicherten Notebooks sechzig Euro „Überprüfungspauschale“ verlangt.
Auf Nummer sicher gehend, tauschte ich den neuen Akku um auf einen noch neueren – Ergebnis: siehe oben ...
Wiederum trug ich das Notebook zur Reparatur, erklärte oftmals Erklärtes nochmals, wartete lange – und siehe, nach einem Monat hielt ich ein vollkommen intaktes Gerät in Händen.
Die administrierenden Damen der Niedermeyer-Reparaturabteilung darauf hinweisend, dass mich die abteilungsinternen Schlampereien nicht nur ungerechtfertigt eingehobene sechzig Euro, sondern auch allerhand an Wegzeiten gekostet haben, forderte ich schließlich insgesamt einhundertfünfunddreißig Euro ein, deren Erstattung selbstverständlich abgelehnt wurde.
Bedauerlicherweise sind unserem Rechtssystem gemäß die Kunden den Unternehmen nicht gleichgestellt, sodass letztere sechzig Euro für garnichts locker einsacken dürfen, den Geschädigten ihr Aufwand jedoch nicht ohne Weiteres entgolten wird.
Drum ließ ich's dabei bewenden, als nach Intervention der Arbeiterkammer Wien die sechzig Euro schließlich doch (nicht ohne letzten Widerspruch) zurückerstattet wurden und machte meinen Zeitaufwand (zu guter Letzt viereinhalb Stunden) nicht weiter geltend.

Korrespondenz:
Niedermeyer-Kostenvoranschlag – 08.07.08
Niedermeyer-Kostenvoranschlag – 23.07.08
Fax AN Niedermeyer – 04.08.08
Rechnung VON Niedermeyer – 13.08.08
Schreiben AN Niedermeyer (dem wiederum zur Reparatur übergebenen Gerät beigelegt) – 21.08.08
Schreiben VON Niedermeyer – 22.08.08
Reparaturbericht VON Acer (Tschechien) – 18.09.08
Fax AN Niedermeyer – 23.09.08
E-Mail VON Niedermeyer – 29.09.08
Fax AN Niedermeyer – 29.09.08
10 Telefonate sind noch hizuzuzählen ...

Bedingungen des Niedermeyer-„Vollschutzes“

4061er 21.11.2008


Fabel mit Schildkröte

War einmal eine Schildkröte, die ließ sich gern von Freunden im Tierreich Sinnsprüche in roter Schrift auf den Rückenpanzer schreiben, trug diese dann zur Schau und tat groß damit.
Leider hatte die Schildkröte nicht nur Freunde in der Tierwelt und war weiters der Meinung, mit Feinden kooperieren zu müssen.
Die Feinde aber kooperierten nicht, sondern führten stets im Schilde, die Schildkröte umzuwerfen und ihrerseits Sprüche in schwarzer Schrift auf deren Bauch zu schreiben.
Da lag sie dann immer wieder auf dem Rücken, hilflos mit Worten zappelnd, und keiner konnte mehr die rote Schrift lesen, welche auf ihren Rücken geschrieben stand – alle sahen nur die schwarze Schrift!

4061er 15.03.2007


Pietätlose Anmerkung
zum Ableben Jörg Haiders
(In Kärntner Mundart vorzutragen)

Da Haida, dea Hund, ha?
Hoda si noamol wos draut, da Jöag, ha?
Mit hundatzwaraviazg Kaämhaa und aans Komma ocht Promüü. Leck Fettn.

Waar umgekeaht aa nit gsinda gwesn ...

4061er 15.10.2008


Beschiss als Geschäftspraxis
am Beispiel Microsoft

Diejenigen, welche Windows 98 kennen gelernt haben, wissen wahrscheinlich, wie schleißig ein Microsoft-Betriebssystem aufgebaut sein kann.
Windows Vista jedoch stellt den Gipfel der Überheblichkeit – ja, sogar Kundenfeindlichkeit – eines marktdominierenden Unternehmens dar, zumal es derzeit Computerkäufern förmlich aufgedrängt wird (egal, ob die Kapazitäten des erworbenen Gerätes entsprechen).
Schrecklich aufgebläht, dennoch nicht kompatibel mit alten Anwenderprogammen, wird's bedenkenlos allen Käufern neuer Computer zugemutet.
Verkäufer resignieren, Käufer downgraden lieber auf Windows XP (was zu allerhand Kalamitäten führen kann), Microsoft diktiert, dominiert und scheffelt weiterhin.

4061er 14.08.2008


Nepp und Terror
(Euro-Tagebuch eines Fußballgegners)

Einleitende Erklärung: Wie dem Folgenden gleich zu entnehmen sein wird, handelt es sich hierbei nicht um Aufzeichnungen eines Gegners im Fußball, sondern eines Gegners des Fußballs!
„Fußball“ steht hier als Sammelbezeichnung für Fußballspiel, Fußballwahn, Fußballfanatismus und all die unguten Begleiterscheinungen.

Begründung:
Mai 08
Als ich den Veranstaltungsplan des Café Carina betrachte, wird mir klar, dass mir im Juni Aufträge im Wert von mindestens 130,– Euro entgehen werden. Statt Livemusik gibt’s dort dann hauptsächlich Match-Übertragungen auf Großbildleinwand, wofür man meiner Dienste nicht bedarf.
01.06.08
Beflaggte Fahrzeuge sieht man allenthalben. Jetzt dürfen alle ihr Fahrzeugs beflaggen wie die Präsidenten und viele nutzen das weidlich. Manche fahren sogar ständig im Kreis, weil die Fahnen so schön flattern ... Der Benzinpreis ist übrigens schon wieder gestiegen ...
02.06.08
Die Händler legen sich schon lang ins Zeug, denn es geht um den Euro!
Noch hat das eigentliche Spektakel nicht begonnen, aber es wird bereits fleißig vorbereitet. Drum ist die Wiener Ringstraße zwischen Babenbergerstraße und Schottentor jetzt schon gesperrt. Straßenbahnlinien, welche über den Ring führen, werden zerhackt, teils kurzgeführt, teils wird mittels Bussen ersatzverkehrt. So darf man öfter umsteigen. Gebrannte Nutzer der Wiener Linien wissen, was das bedeutet. Gott sei Dank herrscht Radlfahrwetter.
04.06.08
Heute kein Radfahrwetter, muss aber trotzdem raus und die Öffis nutzen – ein Fiasko!
06.06.08
Viel ist von Fußball die Rede im Radio (fernsehen vermeid ich sowieso). Versuche ständig zu entswitchen und hoffe, am Nachmittag beim Hörspiel einen erholsamen Ruhepunkt zu finden. Als sie dann eine Collage von Ror-Wolf senden – über das Match seinerzeit in Cordoba, zusammengesetzt aus den hysterischen Kommentaren von Edi Finger senior (welcher damals endlich zuzugeben wagte, dass er überzuschnappen drohe) und fadem Gelabere von deutschen Moderatoren – denke ich an Flucht.
08.06.08
Jetzt geehts loohoos. Bezeichnenderweise in KLAGENfurt. Deutsche gegen Polen – erste Verhaftungen von einander befetzenden Hauliganen. Wie die sich bloß durch die wieder eingeführten Grenzkontrollen (Europa ist wohl nur eingeschränkt ein gemeinsames) schummeln konnten? Vielleicht haben sie ihre Händel erst außer Sichtweite der Beamten begonnen ...
An der Ankündigung des Spiels Koratien gegen Österreich komm ich ebenfalls nicht vorbei. Bald weiß ich gegen mein Interesse, wann und wo es stattfindet. Als dann die Feuerwerkskörper sirren und knallen, weiß ich auch, dass die Kroaten gewonnen haben. Die hatten auch mehr Heimvorteil.
10.06.08
Ich wähne mich sicher. In der Radiosendung „Von Tag zu Tag“ führt Günter Kaindlstorfer ein Gespräch mit Michael Kumpfmüller über dessen Roman „Nachricht an alle“ (über den demokratischen Politik-Betrieb).
Aber dann ... gegen Ende der Sendung ... die Sendezeit wird schon knapp ... da stellt er, der Kaindlstorfer, die Frage ... praktisch in den letzten Minuten ... wie denn der Autor ... der Gatte einer Ballestererstochter ... wie er denn seinerseits Anteil an dieser Euro nehme ...
Wieder hat das runde Leder mich tückisch überrollt!
11.06.08
Obwohl die Konfrontation zwischen schweizerischer und türkischer Mannschaft in Basel über den Rasen toben soll, ziehen Janit-Scharen durch Ottakring und sondern lautstark Patriotismus ab, solchermaßen Rache nehmend dafür, dass ihren Ahnen während der Endausscheidungen in den Jahren 1529 und 1683 der Zutritt zur Wiener Fanzone verwehrt worden war.
Um exakt 22:00 schallt vielstimmiger Aufschrei durch die Gasse. Aufgrund der Stimmenballung kann ich die Sprachfärbung nicht genau erkennen – aber schweizerisch ist die bestimmt nicht ... Schweizer jubeln anders.
Im türkischen Lokal nebenan rumorts verdächtig ... auch Zwischenapplaus ist dabei. – Um 22:36 eskaliert das wieder und ich weide mich an dem Gedanken, dass ich hierherum vielleicht der Einzige bin, der jetzt nicht weiß, ob nun ein Tor gefallen oder ob eins abgewehrt worden ist.
Ab etwa 22:45 haben all die geräuschvollen Nachbarn offenhörbar Bildschirme gegen Windschutzscheiben getauscht und rollen hupend durch den Bezirk – auch eine Art, zu feiern ...
Der Benzinpreis ist übrigens schon wieder gestiegen ...
12.06.08 – 6 Uhr 30
Der tägliche Baulärm vis-a-vis löst den nächtlichen Tumult ab – endlich Ruhe!
Abends: Wieder werkt Feuer rundum, zudem hupts auch noch. Heut hupen unsere Kroaten (die sind, glaub ich, auch noch ein bisserl bös auf uns, wegen all der Monarchiererei dereinst).
Die Türken haben sich inzwischen einigermaßen beruhigt und sie haben, möcht ich lobend erwähnen, auch kein Geld für Feuerwerkskörper ausgegeben.
Gegen Abend stakst ein langer Mensch (männlich) zum J-Wagen-Schienenersatz-Autobus, wohl um ins Stadion zu gelangen. Er ist rotweiß gekleidet und trägt eine Art Narrenkappe. Ich weiß inzwischen natürlich, dass heut österreichische und polnische Kicker gegeneinander antreten, nur verwenden beide Nationen rotes und weißes für ihr Geflagge. Welcher Provenienz ist also der junge Mann mit dem rotweißroten Glöckchenhut?
15.06.08
Zwei Tage lang wars ziemlich ruhig. Präsent ist der Fußball freilich und sowieso allenthalben: in Nachrichten, in Form von Zwischenberichten, im Zuge von Debatten auf öffentlichen Plätzen.
Unsre Türken rühren sich wieder – vorläufig nicht so deutlich wie das letzte Mal ... Allerdings ... hin und wieder dieses Stimmgebrodel im Lokal nebenan. Bald danach patriotische Begeisterung in den Gassen und das leidige Gehupe ... sie fahren wieder im Kreis. Und keiner kümmert sich um den Benzinpreis.
Dann findet erneut ein kleiner Aufmarsch statt – diesmal haben sie eine Trommel dabei. Und sie kreisen weiter autofahrend durch die Gassen und über den Dächern gesellt sich ein Hubschrauber dazu. Was der bloß überwacht in der Finsternis?
Erst lang nach Mitternacht sind die Batterien leer, hat das Gehupe ein Ende.
In einer Vielvölkerstadt haben’s immer nur einige (und das nur zeitweise) leicht während so einer internationalen Meisterschaft.
16.06.08
Wiederholt, grundsätzlich und missbilligend ist zu bemerken, dass sich zurzeit allzu viele, sei’s in den Nachrichten oder in Stellungnahmen von Politikern, fußballesterischer Metaphern bedienen.
Abends hie und da – geradezu schüchtern – ferne Explosionen von Feuerwerkskörpern. Denen Kroaten geht wohl die Munition aus.
17.06.08, 18.06.08, 19.06.08
Keine besonderen Vorkommnisse.
Nur dass ich nicht immer rechtzeitig entswitchen kann und mitunter Adi Niederkorns selbst in seiner Begeisterung weinerliche Stimme ungewollt in meine Gehörgänge dringt.
20.06.08
Was muss ich hören? Heut spielen Türken gegen Kroaten – beide mit Heimvorteil!
Was soll das werden? Mindestens ein Volk wird toben oder marschieren oder tröten oder skandieren oder feuerwerkeln oder hupend automobilisieren!
Die Fans wählen ihre eigene Zone. Die Ottakringer Straße muss gesperrt werden.
’S wird gewiss ein unruhiger Abend ... auch für meinereinen.
21.06.08
Türkischer Taumel währet wieder bis lang nach Mitternacht, denn ihre Fußballah sind groß und Mohammed ist obsolet.
Wichtigtuerisch hubschraubts in der Luft, als ob all das Geräusch aus den Häuserschluchten nicht genügte.
In Fünfhaus, Ottakring und Mostar kam’s zu Glaubensscharmützeln, teilt ein ernster Nachrichtensprecher mit..
22.06.08 – 09:00
Medial gibt’s kein Entkommen, weil in allen Schädeln bei allen Sendern nur ein Thema dominiert. Auf Ö1 senden sie „Meiseliana" – Variationen über ein unvermeidliches Thema, zum Andenken an den großen Fußball-Conferencier Heribert Meisel ...
Heißer Tag heut (mein ich wirklich rein nur temperaturmäßig). Lehn mich abends aus dem Fenster aus Sehnsucht nach kühlerer Luft. Hinterm Fenster visavis leuchtet ein Bildschirm – ein Mensch schaut Fußballern zu.
24.06.08
Meine schlimmsten Befürchtungen seh’ ich erfüllt als ich versuche, auf den Ringradweg zu gelangen. Etwa hunderttausend Quadratmeter öffentlichen Raumes sind vergittert! Hinter den Gittern befindet sich nun das Hoheitsgebiet der UEFA! Die hat gedungene (teils auch von Arbeistsämtern zugeteilte) Sicherheitsleute als Grenzposten aufgestellt und hat genügend verführbare Gastronomen gefunden, die da gierig Narren auflauern, welche bereit sind, Wucherpreise für Getränke und Imbisse zu entrichten (mitbringen eigenen Proviants ist aus geschäftlichen Gründen verboten). Das hochpreisige und minderwertige Zeug muss dann in Ermangelung von Sitzgelegenheiten (aus Sicherheitsgründen verboten) im Stehen geschluckt werden.
25.06.08
Heute Halbfinale. Deutsche und Türken lärmen gemeinsam in Basel (vielleicht gehen sich sogar ein paar Handgreiflichkeiten aus). Unsre Türken lärmen abermals ganz nah und kurzfristig, geradezu zurückhaltend ... Vereinzeltes Getröte, „Türkiye“-Rufe ohne Überzeugung.
Später sind sie besonders ruhig und ziehn in keinster Weise durch die Gassen – ’s wird wohl nicht allein am heftigen Gewitterregen liegen. Unsre Türken sind hörbar draußen aus dem Bewerb.
26.06.08
Viele Fußballschauer sind, hör ich, schwer enttäuscht worden.
Achtzehn (in Ziffern 18) spannende Minuten des gestrigen Spiels konnten sie aufgrund einer Verkettung unglücklicher Umstände nicht auf ihren Bildschirmen mitverfolgen – denn die Elemente hassen das Fernsehbild vom Fußballverband.
Wegen des heftigen Unwetters musste die Fanneppzone schleunigst geräumt werden, wobei naturgemäß Fans verletzt wurden (ich mein körperlich verletzt, mit Knochenfraktur und so).
Ein wenig Gewitter hatte genügt, um im Volke entsprechende Stimmung entstehen zu lassen.
29.06.08
Noch einmal braust es auf im Lokal nebenan. Meine Verwunderung flaut ab, als ich begreife, dass die Türken es heut mit den Spaniern halten, weil sie die Deutschen nicht mögen (siehe 25.).
29.06.08
Es ist vorbei. Veranstalter und Nutznießer, Politiker und sonstige Obrigkeit ziehen Bilanz. Wieder ist ein Test, was alles den Bürgern beziehungsweise Konsumenten aufgeschwatzt respektive zugemutet werden kann, wie das Volk zu linken, lenken und zu gängeln ist, erfolg- und aufschlussreich verlaufen.
Teures Brot und Fußballspiele – so geht’s!
05.07.08
Die UEFA-Bande ist lange weg – die letzten Reste ihres Konsumkäfigs wurden erst gestern beseitigt.
Ein Fußballverband hat als Wirtschaftsfaktor unser Leben bestimmt, hat sich die Demokratie von willfährigen Politikern ein wenig zurechtbiegen lassen und hat gut verdient dabei, darum ging’s ja eigentlich.
Nun ist der Ausnahmezustand endlich aufgehoben; die Trambahn hat ihre Schienen wieder. Alles ist wieder fast so wie damals – in der Friedenszeit vor der Euroballerei.

Und viele rührende Geschichten werden bald wieder der Vergessenheit anheimfallen, wie die von jenem kleinen Buben, dessen Klassenlehrer auf die abstruse Idee verfallen waren, einen Schulausflug in die Neppzone zu unternehmen (ob im Zuge der Staatsbürgerkunde oder ob dafür einige Turnstunden haben ausfallen müssen, weiß ich nicht), und der seine Schuljause ahnungslos nach UEFanien schmuggeln wollte, diese jedoch im Namen des Maximalprofits gestrengen Grenzern aushändigen (siehe auch 24.06.) und zusehen musste, wie eine Flasche Saft und eine Wurstsemmel, von seiner Mutter liebevoll eingepackt, beim Restmüll landeten.
(Wer da jetzt meint, „scheiss di ned au weng dera Bagatöön“, sei eingeladen, Gleiches aus einem Supermarkt zu entwenden und sich tunlichst erwischen zu lassen dabei! Nur damit klar wird, wie viel Gschiss Krämerseelen um eine Bagetelle machen können, wenn’s um ihre Hab-Seligkeit geht ...)

Anmerkung eins: Die Arbeiter der Schweizerischen Bundesbahnen mussten ihre orangen Monturen zwecks optischer Unterscheidung von den Anhängern des holländischen Fußballklubs Oranje vorübergehend gegen gelbe tauschen, um trunkene Fans nicht auf falsche Fährten zu locken ...

Anmerkung zwo: Die Koberer beim Donauinselfest werden nunmehr ebenfalls durch Sicherheitsschleusen vor Nahrungs- und Genussmittelschmuggel geschützt (solch Beispiel in Sachen Gier macht schnell Schule).
Nicht zuletzt lässt sich anhand dieses Beispiels ermessen, welchen Weg die Veranstalterin (die einst sozialistische PÖ Wien) inzwischen grundsätzlich eingeschlagen hat ...

Konklusion: Die Goldene Regel: Wer das Gold hat, macht die Regel.
(Frank Stronach, Wirtschaftsübertreibender und Sportinvestor) ...

... Und wer die Regel macht, kriegt das Gold –
ein Teufelskreis, mit dem sie uns umzingeln.
(G.E.Paschinger, Satiriker)

4061er


EUOIOI

Der launige Spruch „geht’s der Wirtschaft gut, geht’s uns allen gut“ – in seiner Perfidie vergleichbar mit dem seinerzeitigen „Arbeit macht frei“ – reizt zum Widerspruch, weil sich bei den Opfern der wirtschaftlichen Raffgier die gute Laune in Grenzen hält.

Wer macht denn diese Wirtschaft und wer repräsentiert sie?

Zu „uns allen“ im obigen Sinn gehören jedenfalls nicht die trotz guten Geschäftsgangs „freigesetzten“ Arbeiter, die von unfähigen Managern auf dem Altar der eitlen Selbstsucht Geopferten, die globalen Sklaven, die Modernisierungsverlierer, die Spekulationsgeschädigten, die prekär Beschäftigten, die Kleingewerbevertriebenen, die aus dem Wettbewerb Gedrängten, die zwiefach Geneppten (einmal als Arbeitskräfte, einmal als Konsumenten) – das Menschenmaterial!
All den Leuten nämlich, welche nicht zu den Bonzen zählen und denen es auch sonst an krimineller Energie mangelt, geht’s gar nicht so gut (manche darben sogar), weil gemeinsamer Markt und Wirtschaftsraum den Wirtgschaftlern und ihren Unterläufeln aus der Politik gewidmet sind, damit die einander füttern können und möglichst wenig übriglassen müssen für andere.

Ein paar ganz Hinterhältige streben zudem einen gemeinsamen Verteidigungspakt an, damit das Menschenmaterial in Form von Kanonenfutter altbewährter Tradition entsprechend bereitzustehen hat zum Schutze der Beute von Ausbeutern.

Wer nicht der Langzeitmode huldigt, zum Brett vor dem Kopf auch noch Scheuklappen zu tragen, bemerkt sehr wohl, wie sie „uns alle“ linken.

Wenn die ganze Packelei schließlich von zum Wirtschaftspakt Getretenen als suspekt erkannt wird, weil eine intern beschlossene „Verfassung“ oder sonstige Abmachungen niemand recht erklären will oder kann und (wie in Irland vorexerziert) Wähler infolgedessen ablehnen, was man ihnen solchermaßen unterjubeln will, stöhnen und raunen die Wirtschaftmacher in Chefetagen, Aufsichtsräten und Parteizentralen und denken an weitere Hintertreibung der Demokratie.
Das bekam besonders jener Mann namens Gusenbauer zu spüren (vom Agieren her oft ein Kasperl, dem Habitus nach mehr der Petzi). Dem ward die Anregung, hierzulande alle, die’s angeht, ebenfalls über die Billigung nachgereichter Verträge abstimmen zu lassen, zum politischen Stolperstein, den die schwarzen Koalitionspartner seiner blassroten Partei ihm hohnlachend vor die Füße warfen.
Das aber ist eine andere Geschichte über Wirtschaft und Demokratie.

Nachsatz: Ein Patentrezept moderner Manager bei Niedergang des Geschäftsganges ist Personalabbau. Sie verwenden dies Rezept leichthin und universell wie Ärzte dereinst den Aderlass, egal ob's passt oder nicht, denn sie wissen's nicht besser, sehen gern à la longue keine andere Lösung (was bei Kurzsichtigkeit schon passieren kann) und haben nie und nimmer die Geduld, nach wahrhaft brauchbaren Lösungen zu suchen; weil dafür keine Zeit ist in Zeiten der Eile und weil's andere Prioritäten gibt, die keinen Platz lassen für die Bedürfnisse der namenlosen Massen – und schon gar nicht für Menschlichkeit.

4061er


nicht natürlich

Verrat

Wenn ein ohnehin rechts stehender Vertreter der Legislative nicht mehr auf die Loyalität der Exekutive vertrauen kann, hört sich doch wirklich alles auf.
Jetzt haben sie ihn schon wieder angezeigt, den ... Westentaschler, glaub ich, heißt er ... Angezeigt haben sie ihn wie irgendeinen letztklassigen Strizzi, wegen einer Kleinigkeit, von der er noch dazu garnix weiß. Einen Polizisten soll er mit seinem Auto angerempelt haben, eine Verletzung am Knie hätte er dem Uniformierten zugefügt, wird behauptet.
Aber das kennt man ja: diese Machenschaften der politischen Gegner!
Da wollen sie ihm wieder einen schwarzen Fleck patzen in sein Orange!
Wie soll der Mann denn ordentlich mitregieren,
wenn er ständig dementieren muss!?

4061er 16.07.2008


Arena bergab

achtung leute, die arena* ist im arsch!
die security dort in der großen halle
ist gefährlicher als GWAR**!
jetzt haben auch dort die unbarmherzigen
zubetonierer zugeschlagen,
sie haben terrassen angebracht,
doch die müssen versperrt bleiben
um das publikum einzupferchen.
wir waren auch keine gäste,
wir waren zahlendes pack,
das schnell abgefertigt werden musste.
wer auch immer zuständig ist,
ich beschwere mich in aller form!
ich will, verdammt nochmal, auch bei einem
konzert ein wenig auslauf
und niemand hat bei all dem beton
auch nur an ein einziges
bäumchen gedacht – HILFE!
dafür gibt's viel mist wegen
de g'schissenen plastikbecher ...

*) ehemals brauchbares alternatives veranstaltungszentrum

**) dradiwaberlartige band – spielte ende märz 07 in der arena auf

B.R. 18.04.2007


Perversion in Sachen Religion
(Aschermittwoch 2007)

Heut beginnt die alljährliche Fastenzeit – traditionell mit einem Schmaus –
mit einem Schmaus von Heringen und allerlei anderem Fischzeugs, lecker mariniert und unter Umständen auch mit etwas fetter Majonäse dabei.

Eine weitere Tradition, seit 350 Jahren schon, stellt der Wiener KalvarienbergMARKT dar. Auf diesem FastenMARKT (das Wort muss man sich ein wenig auf der Zunge zergehen lassen) werden heutzutage den Pilgern Fastenspeisen wie Burenwürste, Hot-Dogs, Langos sowie Schaumrollen und allerlei sonstiges Schokolade- und Zuckerwerk angeboten.
So feiern wir Wiener das Fasten – unserm Hergott zuliebe, welchener, wie es in einem Wienerlied heißt, einer von uns sein muss.

Dies ist, fürcht ich jedoch, nicht das einzige Beispiel für die negative Wirkung von (Fehl-)Interpretation und seltsamer Tradition auf die Inhalte einer ursprünglich ehrwürdigen Religion.

In diesem Zusammenhang ein Tipp für innovative Marketender:
Verhökert auch Hämmer und Hunderternägel (das könnte – speziell am Karfreitag – gute Umsätze bringen) ...

4061er


Zum Schießen

Wieder einmal machen sie viel Aufhebens um eine Bagatelle:
Bei einem heeresinternen Fest auf dem Fliegerhorst Langenlebarn, mit dem hochrangige Soldaten, Beamte und Politiker den Abschluss des Eurofighter-Deals feierten, kam es, hör ich, zu launigen Spielchen, darunter auch ein Schießen auf Zielscheiben mit Menschenbildern.
Daschauher!
Darüber muss man sich aber nicht groß echauffieren ...
Dass der Deal überhaupt ein Grund zum Feiern war,
darüber möcht ich mich aufregen!
Im Übrigen kennt man doch den makaberen Humor, der den Militärs eigen ist, wenn sie sich über die Reste ihrer Menschlichkeit hinwegblödeln. Denen ist der Mensch immer nur Zielscheibe, egal ob für Projektile (den Feinden zugedacht), Schikanen (für Untergebene) oder Verachtung (grundsätzlich).
Und dass viele derjenigen, welche sich uns als sogenannte Volksvertreter aufdrängen, keine ausgeprägten Humanisten sind, wissen wir längst ...

Was also soll der belanglose Scheiß?
Wahrscheinlich soll derart die Aufmerksamkeit des Wahlvolks von all der suspekten Packelei rund um das Flugzeugs sowie (einmal mehr) von sonstiger politischer Malaise abgelenkt werden!

Immerhin haben die diversen Stellungnahmen, Rechtfertigungen und Interpretationen zur Causa „Spaß von und mit Offizieren“ satirischen Wert: orf-Bericht vom 26.01.2007.

4061er


Bürokratten
nagen an unsrer Substanz

Einleitende Zusammenfassung:
Chinas Regime hat (nicht allein) Probleme mit der Überbevölkerung.
In Österreich wird (nicht allein) die Überalterung bedenklich.
Junges Paar will von China nach Österreich (handelt insofern zu Gunsten beider Nationen).
Vernagelte Beamte (mit allerlei Gesetzen und Verordnungen im Rücken) haben keine besseren Ideen als Letzteres zu hintertreiben!

17. Oktober 2006
Werde bei Beantragung eines „Ehefähigkeitszeugnisses“ für meinen in China weilenden Sohn und dessen dortige Braut von der Amtsvorsteherin (eine große Auskennerin in Sachen chinesischer Bürokratie – meint sie) abgewiesen, weil, meint sie weiter, eine Geburtsurkunde bzw. Geburtsbestätigung der Braut fehlt.
Solches gibt's aber in China nicht im österreichischen Sinne – schon gar nicht für Frauen aus Provinzdörfern.
Das im fernen Osten gebräuchliche, unserer Geburtsurkunde adäquate Dokument interessiert die Standesbeamtin nicht besonders (man muss ja nichts mehr dazulernen, wenn man sich sowieso schon auskennt), und so wischt sie meinen Einwand weg mit ihrer geschwätzten Kompetenz – eine gestandene österreichische Beamtin im klassischen Format, mit Brett vor dem Schädel und Scheuklappen nebenbei. Ich mach mich davon, von ihrem Wortschwall begossen wie ein Pudel.

Sohn erklärt am Telefon, dass im Zuge der Korrespondenz mit dem Standesbeamten, bei dem er während eines Wien-Aufenthaltes selber vorgesprochen hat, dieser gemeint habe, die vorgelegten Unterlagen würden sehr wohl genügen, wenn sie auch nicht so aussähen wie wir's gewohnt sind – jedenfalls stünden alle wesentlichen Informationen drin.

18. Oktober 2006
Ich erhalte nach entsprechender Wartezeit das „Ehefähigkeitszeugnis“ dankend vom oben erwähnten Beamten, welcher sich deutlich kompetenter zeigte als seine Vorstehfrau.
Nun aber beginnt eine Art Rätselrallye: das Sammeln der Beglaubigungsstempel.
Im Rathaus bekäme ich den ersten, hieß es beim Standesamt.
Im Rathaus krieg ich zwar keinen Stempel aber den Rat, mich an die MA 35 (Einwanderung, Staatsbürgerschaft) im 20. Bezirk zu wenden; deren Stempel brauch ich zuerst.
Die Rathäuslerin meint noch, 's müsse sich zeitmäßig ausgehen, denn die MA 35 erlaube bis 12:30 Parteienverkehr.
Angekommen bei Dresdner Straße 91 lese ich auf einem Schild von geänderten Öffnungszeiten – bis 12:00 an gewöhnlichen Tagen (wär sich grad noch ausgegangen).
Der Mittwoch jedoch bildet die Ausnahme, da dürfen nur die Hinbestellten rein.
Heute ist Mittwoch ...

Stationen der nächsten Tage:
Nochmals Dresdner Straße, nochmals Rathaus, weiter zum Bundesministerium für auswärtige Angelegenheiten und dann (ich seh einen dunkel verhangenen Silberstreif am Horizont) zum Konsulat der Volksrepublik China. Dort trotz großen Andrangs überraschenderweise keine allzu lange Wartezeit, nur ein paar Umständ mit Kopieren und so. Die Papiere mit ihrem begehrten, endgültigen, alles entscheidenden Zusatz wollen sie mir freilich erst nach Ablauf einer Woche aushändigen (muss ja alles genau kontrolliert werden) ...

Damit war's selbstverständlich nicht getan, die jungen Leute mussten drüben in China einen vergleichbaren Spießrutenlauf durchstehen, nur dass dort die Wege weiter und die Ämter größer sind ... Und die chinesische Beamtenmauer ist ohne Schmiergelder kaum zu überwinden.

Anmerkungen: Ehefähigkeitszeugnis! So was kann auch nur einem Bürokraten einfallen.
Über Ehefähigkeit, würd ich meinen, haben nur Ehepartner Zeugnis abzulegen.

... die Beamten! ... De wern bleim ...
(Anton Kuh in „Neujahrsrede eines Besoffenen“)

4061er


Winkelziehen

Der Geradenochkanzler (die Betonung liegt hier mehr bei „noch“ als bei „gerade“) hat die Koalitionsverhandlungen platzen lassen – weil er weiterkanzeln will, solang's nur geht.
Den Wahlspruch „Weil ers kann“ hat die Mehrheit der Wähler zwar zu Recht nicht so recht nachvollziehen können, was aber den Obigen nicht besonders zu beeindrucken scheint.
Jetzt taktiert er halt wieder, der „gefürchtete Stratege“.
(Die österreichischen Mundarten bieten ja wesentlich treffendere Wendungen für „gefürchteter Stratege“ an, von denen ich jedoch keine hier einzuflechten wage).
Die gut geschulten Meister im Winkelziehen werfen ihren Verhandlungspartnern also Winkelzüge vor (konkret: heimliche Parallelverhandlungen mit Grünen und Blauen) und schmollen öffentlich, weil sie solches offenbar als ihr alleiniges Vorrecht betrachten (wiederum sei an den kuriosen Verlauf der Koalitionsverhandlungen 1999/2000 erinnert).
Und ihr Spielzeug, so Flugzeuge, die sie Eurofighter nennen (der Name passt gut, weil er unter anderem zur Assoziation anregt, dass die Dinger unsere Euro bekämpfen) – die wollen sie jedenfalls unbedingt haben, wobei aber möglichst wenige erfahren dürfen, zu welchen Bedingungen die erworben wurden.
Derlei Versteckspiel erregt Misstrauen – vor allem unter jenen, welche die Pappenheimer aus Wirtschaft und Politik kennen – und das kränkt den Sch. und die Seinen sehr.
Man darf schließlich dem Stimmvolk nicht alles auf die Nase binden.
Speziell solches nicht, was es zwar betrifft, aber besser unter Parteifreunden und den Spezis aus der Wirtschaft bleibt!
Nun haben sich die Roten eines weiteren Vertrauensbruchs schuldig gemacht, haben das Protokoll der ersten Verhandlungsrunde der Gruppe Bildung veröffentlicht!
Bei der Runde haben die „Partner“ nicht wirklich was weitergebracht, aber so ein Vertrauensbruch wiegt schwer, wenn er von anderen begangen wird – drum darf des Schmollens kein Ende sein ...
Irgendwie werd ich den Verdacht nicht los, dass dem gefürchteten Strategen und seinen Unterläufeln fürs Provozieren von Neuwahlen jedes noch so schwache Argument recht ist.
Sie wollens nochmal versuchen, in der Hoffnung, dass dann all jene, die der letzten Wahl trotzig ferngeblieben sind, samt jenen, die in vollem Vertrauen auf den Wahlerfolg des gefürchteten Strategen gemütlich zuhause geblieben sind, ihnen ihre Kreuze machen, damit sie (zumindest ein Großteil von ihnen) hocken bleiben können, wo sie hocken, und von wo aus sie uns weiter nasführen dürfen ...

4061er Freitag, 03. November 2006


Über Wahrheit und Gewissen
und dem Umgang damit

SCHLAGZEILEN:
Trotz Wahlschlappe ziemlich selbstbewusst präsentiert sich Wolfgang Schüssel nach dem Parteivorstand der ÖVP. Der SPÖ richtete er aus: „Wer mit uns zusammenarbeiten will, sollte uns ernst nehmen.“

ZUR ERINNERUNG:
Wie ernst Wolfgang Schüssel zu nehmen ist, haben wir anlässlich der Nationalratswahl 1999 schon deutlich bemerkt.
Den Spruch: „Wenn wir Dritte werden, gehen wir in Opposition“ samt dem Zusatz (auf eingehendere Befragung am Abend nach der Wahl) „wenn ich das sage, dann ist das so“ will ich hiermit in Erinnerung bringen.

DAMALS – nach Schüssels Hundertachtziggradwende –
E-Mail nach Deutschland als Antwort auf die Anfrage einer Auslandsösterreicherin, was sich hierzulande zurzeit Seltsames entwickle:
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Subject: jetzt österreichts
Date: Wed, 09 Feb 2000
From: G.E.Paschinger
To: Andrea Eberl

Servus Andrea!
Hier wird weiterhin demonstriert, täglich tun welche ihren Unmut kund. Abriegelungen rund ums Parlament, Straßenbahnen müssen kurzgeführt werden; die hiesigen Medien ziehn über die unglückselige Koalition her, die EU grollt, Schüssel benutzte lieber unterirdische Gänge bei seinen Gängen vom Bundeskanzleramt zur Präsidentschaftskanzlei (ka Schmäh) – aber er darf endlich Kanzler sein.
Die Tatsache, daß er künftig nur als Haiders LeibSchüssel fungieren wird, übersieht er geflissentlich, ebenso wie er, der ehemalige Außenminister, übersehen haben muß, daß es heftige Reaktionen aus dem Ausland geben kann, geben muß, gegen diesen makaberen Pakt.
Da gibt's aber noch andere Rückgratamputierte im Gruselkabinett. Aufgefallen ist mir der Burgschauspieler Franz Morak (ein erbitterter Peymann-Gegner übrigens), welcher sich auch ein bisserl als Popsänger betätigte (du erinnerst dich vielleicht an den „schneeweißen new wave schizo punk“). Der mischt nunmehr in der ÖVP mit und hat einmal gemeint, daß er alles hinschmeiße, sollte der Obmann eine Koalition mit Haider auch nur erwägen.
Jetzt ist er Staatssekretär für Kultur. Nichts mehr schneeweiß, nix mehr new wave und auch kein Punk – nur mehr schizo.
Blöderweise sind viele Wähler genauso vergeßlich wie Politiker es vorexerzieren.
Immerhin hat Klestil zwei Minister nicht zugelassen – Parteigänger Haiders, die sich durch menschenverachtende Aussagen hervorgetan haben.
Viel mehr konnte er da wirklich nicht tun.
Eine SPÖ-Minderheitsregierung wäre in all ihren Entscheidungen von den Blauschwarzen derart abgeblockt worden, daß wahrscheinlich nicht mehr viel gegangen wär ... Auf daß es besser werde und Besinnung einkehre!
Gerhard
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ZUSATZ:
Erinnert sei weiters an die Selbstverständlichkeit, mit welcher der Kanzler zu Zeiten des Bundespräsidentenwahlkampfs 2004 den Diebstahl des Slogans „Politik braucht ein Gewissen“ (!) rechtfertigte.
Dies zeigte einmal mehr, wie's er und die seinen mit dem Gewissen halten ...
Solche Leute sind gewiss ernst zu nehmen – in ihrer Tücke!

4061er


Sozial verhalten
(Letzteres ist als Adjektiv zu verstehen)

„Ist das jetzt rechtens?“ fragte sich der Untertan, nachdem er zusehen hat dürfen, wie nach ein paar intervenierenden Worten der Gattin eines hochrangigen Regierungspolitikers ein niederrangiger Exekutivbeamter seine Anzeige wegen Fahrerflucht lässig zerriss.
Freilich war's nicht wirklich eine Fahrerflucht, denn die Frau Doktor hat sich ja nach einigen Stunden Bedenkzeit schließlich eines Besseren besonnen.
Vordem hat sie aber das Auto des Untertanen unter Verwendung ihres eigenen Fahrzeugs unabsichtlich verbogen und war absichtlich in Eile gewesen (es galt, den hungerleidenden Sohn zu versorgen und abends musste sie zum Opernball). Ja, auch die Zeit einer Politikergattin ist kostbar – kostbarer jedenfalls als die eines Untertanen, der, eingebettet in die vom Alten herbeiregierten Wohltaten, ruhig ein Stündchen oder mehr extra aufwenden kann für all die Formalitäten, die das Verbiegen von Vehikeln nach sich zieht.
Außerdem hat der Untertan sowieso seinen Spaß gehabt auf dem Kommissariat, als er (noch bevor sich seine Anzeige in nichts auflöste) erfahren durfte, dass vor nicht allzu langer Zeit die Frau Tochter des Herrn Doktor sich ebenfalls im Autoverbiegen geübt hatte. Weiters konnte er oben erwähntem erbaulichen humanitären Akt beiwohnen, in dem der Exekutivbeamte sich nachsichtig zeigte, um die Familie, welche einst aus finanzieller Not heraus sogar eine Hausangestellte illegal beschäftigen musste, nicht mit einer neuerlichen Strafverfügung vollends ins Elend zu stürzen.
Vor allem aber hat er dank der destruktiven Aktivitäten der Frau Doktor sein Wort an den honorigen Gatten richten dürfen, welcher seine Gnade aber leider im Amt hat liegen lassen, weswegen sich kein brauchbares Gespräch zwischen Abkanzler und Untertan ergeben konnte.

Diese Begebenheiten waren insgesamt didaktisch äußerst anregend für den Untertan, denn er begann zu grübeln: darüber, wie die Sache wohl verlaufen wäre, wenn er der Verursacher und die Familie Doktor die geschädigte gewesen wäre; über Eigenheiten im Wechselspiel von sozialem Status und Sozialverhalten und über das Verhältnis der Repräsentanten einer so genannten Volkspartei zum Volk ...

4061er


Noch mehr Noch

Früher war's so: Man ging zum Schalter einer Bank und legte einen Zahl- oder Erlagschein samt dazugehörendem Betrag hin, die Leute nahmen das Geld, froh, wieder einen Betrag auf eine lange Reise schicken und in der Zwischenzeit damit ein wenig spekulieren zu können.
Heute ist's anders, jetzt kostet jede in den Vorstandsetagen ausgebrütete Idee und folglich jeder Handgriff jedes Angestellten der Banken den Kunden Geld.
Hierbei gibt's freilich ein bisserl Kulanz.
Bei der Postsparkasse darf ich zum Beispiel, und dafür bin ich den Verantwortlichen höchst dankbar, ganz ohne sonstige Gebühren jeden beliebigen Betrag auf mein eigenes Postsparkassenkonto als so genannten Eigenerlag einzahlen.
Nun wird dieses Entgegenkommen mitunter schändlich missbraucht. Mancheiner erlaubte wildfremden Bankkunden, Beträge als getürkten Eigenerlag auf sein Konto einzuzahlen.
Dieses ist den Vorstehern nicht entgangen, drum müssen die Angestellten (die hinter den Schaltern) nunmehr penibel Unterschriften vergleichen, wenn nötig sogar auf Vorlage eines Ausweises bestehen, alles gut geeignet, die Warteschlangen der vor den Schaltern Angestellten wachsen zu lassen.
Was die Misere verschlimmert, ist der Umstand, dass sich die gestandenen Kaufleute in den oberen Etagen – die sich ständig irgendwelchen Nepp einfallen lassen müssen, damit sie ihre horrenden Gehälter rechtfertigen und aufstocken können – um die logische Formel, dergemäß mit dem Abnehmen der Angestellten hinter den Schaltern die Zahl der Angestellten vor den Schaltern zunimmt, nicht groß kümmern, weil sowas ganz und gar nichts mit Profit zu tun hat! Allein Gebühren und Personaleinsparungen bringen noch mehr Profit – nicht diese merkantilen Statisten, die da zu beiden Seiten der Schalter stehen!
Trotzdem – und wenn man mich dafür ächtet – bin ich der Ansicht, dass man einen Menschen, der sich freiwillig in eine Warteschlange begibt und geduldig bis zum Schalter vorrückt, um einem Mitmenschen einen gewissen Geldbetrag zu überweisen, doch in Gottes (nicht in Merkurs) Namen ohne besonderes Wenn und Aber respektive Daskostetextra einzahlen lassen sollte ... einfach, weil er's verdient hat ...

Nachsätze:
Gierig verbeißen sie sich in diese Welt.
Nimmersatt beuten sie aus, was immer sie brauchen für ihr Geschäft:
„Humanmaterial“, Ressourcen und Märkte.
Aber immer nur so lange man sie gewähren lässt!

4061er


Westentaschler
oder so

Mein schlechtes Namensgedächtnis macht mir immer wieder zu schaffen.
Zudem, hör ich, hat der Mann einen kurzen, einprägsamen Familiennamen der Karriere geopfert.
Ich mein den Dings, der von sich selber einst behauptete, dass er immer eine geschliffene Sprache aus dem Bauch heraus haben werde (was ein spitzfindiger Kolumnist so kommentierte, dass demnach geschliffene Sprache wohl unter Umgehung des Gehirns passiere).
Der sich dafür einsetzt, dass unsere christlichen Gipfelkreuze nicht durch muselmanische Halbmonde ersetzt werden, den mein ich!
Der Dings ... der da eines Abends nach einer Wahl ganz geschliffen und aus dem Bauch heraus in etwa formuliert haben soll: „Haut's die Arschlöcher raus“ – selbstverständlich nicht vor laufender Kamera, geschweige denn mit sendebereitem Mikrofon vorm Mund, weswegen niemand nix Genaues weiß und keiner präzis sagen kann, ob der Dings nun wirklich in Manier eines Halbweltchefs eine Prügelei angeordnet oder ob er sich doch eher wie ein Politiker gebärdet habe ...
der Westentaschler ... oder so ...

4061er


Mit großer Sorge
ums Bildungsniveau

Originalton Gehrer
(zum Zeitpunkt der Aussage immer noch Unterrichtsministerin):
„I mein, man kann ned automatisch sagn, wenn irgendwo sechsundzwanzig Kinder sind, wird geteilt, das sind zwei Klassen mit vierzehn, da müssen da nur noch vier Schüler ausfallen, das sind zwei Klassen mit zehn, dann kannst wieder zsammlegn ...“

Anhand dieses Rechenexempels liegt der Verdacht nahe, dass für eine solche Unterrichtsministerin PISA nichts weiter bedeutet als eine Stadt mit schiefem Turm (sofern sie wenigstens geografisch beschlagen ist) ...
Ein Paradebeispiel für Politikergelaber ist das oben angeführte Zitat allemal!

4061er


Chansonnier

Neulich hörte ich im Radio von einem norddeutschen Chansonnier (Name dem Red. entfallen).
Vergegenwärtigt euch, Leute, das französisch weich schwingende Wort „Chansonnier“, lasst es in euren inneren Gehörgängen klingen ... ...
Und dann denkt an: „norddeutsch“!

Das sind Kontraste, was?

4061er


Sensationeller Stumpfsinn

Waschmittelwerbung gehört bekanntermaßen zu den schlichtesten Übungen der kommerziellen Gehirnwäscher. Von Werbefritzen und deren Kunden sind wir ja schon einiges an Plattheiten gewöhnt. Dass aber ein Spruch wie „Wussten Sie schon: Neun von zehn Omo-Kunden empfehlen Omo“ tatsächlich den Weg an die Öffentlichkeit findet, ist kaum zu unterbieten – vielleicht mit „US-Forscher fanden heraus: Neunundneunzig Komma neun Prozent der Omo-Benutzer waschen mit Omo“ ...

23.06.2012 4061er


Schad drum

Einst gab es einen Literaturförderverein, der kümmerte sich um neue und gute Literatur, kümmerte sich um die Nachwuchsautoren, welche derlei auch bieten konnten, bot die Möglichkeit zur Veröffentlichung ihrer Texte – teils im vierteljährlich erscheinenden Literaturmagazin „wienzeile“, teils als Bücher in der Reihe VIZA Edit.

Nachdem Ende April 2007 mittels einer putschartigen Aktion der Gründer des VIZA-Literaturförderungsvereins (Günther Geiger, von dem auch Idee und Konzept für die Literaturzeitschrift „wienzeile“ stammen) aus dem Vereinsvorstand ausgeschlossen wurde, ist im VIZA-Literaturförderungsverein vieles anders geworden.
(Geiger wurde in weiterer Folge sogar gänzlich aus dem Verein verbannt, ein Schicksal, welches inzwischen viele kritische „Ehemalige“ mit ihm teilen.)

Die neuen Herren des Vereins wollen möglichst ungestört sein in ihrem Tun!

So kam es, dass die der Vereinsarbeit im Jahre 2007 zugedachten Subventionsgelder mysteriös versickerten, dass unter anderem Mieten, Druckereirechnungen und Honorare für bereits geleistete Arbeiten unbezahlt blieben!

Eitelkeiten und Eigennutz scheinen nun im Vordergrund zu stehen – Fairness und Kulturarbeit stagnieren ... man ist vorrangig mit Tarnen und Täuschen beschäftigt!
Im Zuge dessen wurde auch (konsequenterweise) der Zugang zu der Internetseite www.wienzeile.at,
die bis etwa April 2007 noch Arbeit und Angebot von VIZA präsentierte,
von den selbsternannten Vereinsvorstehern unterbunden!

Zur Überzeugung können Interessierte „Mailverkehr VIZA“ anklicken
(dort sind die wesentlichen E-Mail-Beiträge zur Sache ersichtlich – bloß in PDF umgewandelt, ansonsten unmanipuliert [worunter allerdings der Leserhythmus ein wenig leidet])

Und weil aufgrund unserer Rechtsordnung sogar gerichtsbekannte Tatsachen nicht von jedermann publiziert werden dürfen, sei der Bericht somit beendet.

4061er 03.10.2007

Nachsatz (aktuelle Ergänzung): Der ehemalige Kassier, Christian Schreibmüller, hat ablenkenderweise den ehemaligen Schriftführer des ehemaligen „VIZA-Literaturförderungsvereins", Robert Preuss, angezeigt.
Die Chuzpe fruchtete nicht: Robert Preuss wurde 2009 von allen Vorwürfen betreffend den Verein „VIZA Literaturförderungsverein“ vom Landesgericht für Strafsachen Wien freigesprochen!
Begründung: Robert Preuss hatte zu keinem Zeitpunkt seiner Mitgliedschaft im Vorstand des VIZA Literaturförderungsvereines Zugang zu den Konten des Vereines.
Ständige „Widersprüchlichkeiten" in den Aussagen Christian Schreibmüllers hatten sowohl den Prozess in die Länge gezogen als auch den Pflichtverteidiger vertrieben (und dürften das Ihre zur Urteilsfindung beigetragen haben) ...

4061er – nach Angaben von Robert Preuss16.08.2011

Der Skandal im Detail:

DER STANDARD vom 19.6.2008 (unter PECH & PLEITEN)

DER STANDARD vom 3.7.2008 (unter PECH & PLEITEN)

Ergänzung und Richtigstellung der Beiträge im STANDARD


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